Hallo Herr Schmidt,   ich bin 35 Jahre alt, verheiratet u. habe einen 5 jährigen Sohn.   Immer wieder mache ich mir Sorgen darum, daß ich meinen Sohn nicht richtig behandel. Z.Beispiel weiß ich nicht, wie ich meinen Sohn auf Stunden beschäftigen soll.  Alleine spielt er nur am PC oder seit Weihnachten mit dem Gameboy. Am Tage sieht er ca. 2 Stunden fernsehen. Ist das zuviel?  Mein Sohn ist ansonsten auch ein sehr unruhiges Kind. Ist viel in Bewegung. Die Erzieherinnen im Kindergarten haben uns auch schon zu einem Gespräch bestellt u. mitgeteilt das unser Sohn sehr unruhig ist und im sozialen Kontakt zu den anderen Kindern Schwierigkeiten hat. Zur Zeit gehen wir mit Ihm zum TakWanDo. In der Hoffung das er dadurch sich abreagiert. Sollten wir Ihn auf ADS einmal untersuchen lassen?     Gruß A.

Hallo,
vielen Dank für Ihren Brief!
Sie wirken als Mutter aber sehr unbeholfen! Wieso können Sie nicht fantasievoll und lustig mit Ihrem Kind spielen? Was macht der Vater mit seinem Sohn? Haben Ihre Eltern mit Ihnen als Kind denn auch nicht richtig schön und stundenlang gespielt? 2 Stunden Fernsehen ist natürlich viel zu viel für Ihr Kind. Wieso hat er überhaupt in seinem Alter einen Gameboy? Den braucht ein Fünfjähriger überhaupt nicht.
Ihr Kind muss sich nicht abreagieren. Es braucht stattdessen Eltern, die sich mit ihm intensiv und lustvoll beschäftigen können. Sie müssen ihn nicht "beschäftigen", sondern Sie und sein Vater sollten Spaß mit ihm machen und haben. Es muss Ihnen selber Freude machen, was Sie beide zusammen gerade unternehmen. Sie müssen Ihr Kind begeistern und an sich binden, indem Sie schöne Dinge mit ihm machen und unternehmen. Das können ganz einfache Sachen sein, die kein Geld kosten (z.B. Steine in den Fluss schmeissen oder sich Geschichten ausdenken, oder das Spiel machen "Ich sehe was, was du nicht siehst, oder Papierfiguren basteln, oder...oder...). Was fällt Ihnen selber noch ein?
Wenn Sie dabei (wie ich stark vermute) Anregungen und Unterstützung brauchen, sollten Sie sich irgendeinem Eltern-Spielkreis anschließen. Fragen Sie in Ihrem Jugendamt oder in Ihrer Erziehungsberatungsstelle nach solchen Möglichkeiten.
Auf "ADS" brauchen Sie Ihr Kind dann sicher nicht untersuchen lassen.
Ist überzeugt Ihr
Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt