Sehr geehrter Herr Schmidt,

ich habe mich vor kurzem von meinem Lebensgefährten, dem Vater
meines 3-jährigen Sohnes getrennt, da er zunehmend - unter
Alkoholeinfluß - gewalttätig wurde. Zwar gingen in erster Linie nur
Gegenstände zu Bruch, aber das letzte Mal hat er mich geohrfeigt.
Da ich glaube, dass er ein großes psychisches Problem hat,
möchte ich ihm trotz allem helfen. Vor allem weiß ich nicht, was
ich meinem Sohn sagen soll, der sehr unter der Trennung leidet.

Können Sie mir einen Rat geben?

Mit freundlichen Grüßen
P.


Liebe Frau P.

vielen Dank für Ihre Anfrage! Leider beschreiben Sie Ihr Problem nur ganz kurz, so dass mir viele Informationen fehlen, um einigermaßen zu verstehen, wie alles gekommen ist und was nun zu tun wäre. Es fehlen mir z.B. Informationen wie diese: sind Sie anderweitig verheiratet? Mit dem Vater Ihres Kindes sind Sie aber nicht verheiratet? Wie alt sind Sie und Ihr Partner? Welches "große psychische Problem" vermuten Sie bei Ihrem Partner? Wie verlief Ihre bisherige Beziehung? Wie lang dauert sie schon? Warum sind Sie nicht mit ihm verheiratet? Warum wollen Sie ihm helfen, und wobei eigentlich? Fragen über Fragen, ohne die ich Ihnen nicht qualifiziert raten kann.

Was Ihren Sohn betrifft, sagen Sie ihm (falls Sie das nicht schon gemacht haben), dass es zwischen Ihnen und Ihrem Partner Streit gibt und dass man jetzt abwarten müsse, ob man sich wieder vertragen werde oder nicht. Erzählen Sie ihm weiter keine Einzelheiten, nichts, was zwischen den Erwachsenen hin und her ging. Das muss er nicht wissen. Sorgen Sie stattdessen dafür, dass der Kontakt zwischen Ihrem Sohn und seinem Vater nicht abreisst und möglichst wenig durch die Turbulenzen der Erwachsenen getrübt wird. Wenn Sie mir noch einmal ausführlicher schreiben, kann ich auf Ihr Problem auch noch ausführlicher eingehen.

Mit freundlichem Gruß,   Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt

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