Hallo.

ich bin 18 Jahre alt un gehe derzeit noch auf die gymnasiale Oberstufe (11. Klasse). Seit zwei Jahren bin ich Bulimikerin was sich in den letzten Monaten verstärkte. Die Fressanfälle häufen sich ( 3-4 mal mindestens am Tag) und auch die Mengen dabei. Depressionen habe ich schon wesentlich länger, seit wann genau weiss ich inzwischen nicht einmal mehr. Mittlerweile kann ich mich zu nichts aufraffen, ich liege nur noch rum oder sitze vor dem Pc ,bin ständig müde und gefühlsmässig eigentlich ziemlich tot. Dazu im Gegensatz stehen starke Stimmungsschwankungen ohne erkennbare Ursachen-manchmal fange ich plötzlich an zu weinen oder (öfter) werde sehr aggressiv und wütend, fange an in Gesprächen zu schreien und bin generell sehr hysterisch. Außerdem habe ich Probleme damit angefasst zu werden. Vor allerm innerhalb der Familie ist das extrem, wenn mir einer näher als einen Meter kommt fange ich an zu zittern und weiche instinktiv zurück. Bei anderen menschen , Umarmungen etc, "versteife" ich total und empfinde den Kontakt als sehr unangenehm . Freunde habe ich schon lange nicht mehr, Wenn dann sind es nur kurze Beziehungen  die ich von mir aus schnell beende. partner schon gleich gar nicht-Männer verunsichern mich und auch nur die Vorstellungen vom männlichen Genital erzeugen bei mir Ekel. Wegen meiner Dauernervosität kaue ich seit dem Kindergarten Fingernägel und habe mir letztens auch in einem besonders starken hysterischen Anfall die Haare ausgerissen und mir in die Arme geschnitten.

zur Schule kann ich kaum noch, Menschen machen mir Angst ( vermute auch eine soziale Phobie daher es mich schon Überwindung kostet das Haus zu verlassen und anderen menschen d in die Augen zu sehen-kann mir auch nie gesicher merken). Wegen über 20 Fehlstunden die ich nicht vom Tutor unterschreiben liess aus Angst vor diesem werde ich demnächst auch von der Schule fliegen, was mich , ehrlichgesagt, erleichtert denn ich kann mich nicht mehr aufraffen dorthin zu gehen und will nur noch weg. Dabei fällt mir der Stoff sehr leicht- ohne zu Lernen bleibe ich im mittleren Zensurbereich und langweile mich furchtbar.Selbstmordgedanken häufen sich, ich hasse mich selbst und sehe keine Chancen jemals wieder sozial integriert zu sein denn ich war es sowieso nie( war immer der Aussenseiter, schon im kleinkindalter).

Auf Drängen meiner Mutter ( und natürlich eigenem Wunsch aber von mir aus fange ich nichts mehr an) möchte ich nun eine Therapie beginnen udn lasse mich vorraussichtlich morgen von meinem Hausarzt überweisen. Worauf muss ich beim Erstgespräch achten? Ich habe Angst nicht ernstgenommen zu werden...

Viele grüße und schon im vorraus Danke,

S.

Hallo,
sie müssen auf gar nichts beim Erstgespräch achten. Sie müssen sich nicht unter Druck setzen, sondern erzählen alles ganz einfach frei von der Leber weg. Sie werden sicher ernst genommen. Achten Sie nur darauf, dass Sie beim Therapeuten ein gutes subjektives Gefühl haben, dass Sie das Gefühl haben, er oder sie könne Ihnen helfen und gewinne Ihr Vertrauen. Wenn das die ersten 3 Sitzungen nicht der Fall ist, sollten Sie es ihm undeingt sagen und einen anderen Therapeuten aussuchen, wenn es sich nicht bessert. Für einen Psychotherapieerfolg finde ich es sehr wichtig, dass man mit seinem Psychotherapeuten "kann", dass die Chemie stimmt. Und achten Sie auch darauf, dass man Sie nicht nur mit Medikamenten behandelt, sondern dass eine seriöse tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie bei einem staatlich anerkannten Psychotherapeuten beginnt. Damit hätten Sie (bzw. Ihre Eltern) übrigens schon sehr viel früher beginnen sollen. Ihre seelischen Probleme haben wahrscheinlich eine längere Geschichte, die es gilt, nun endlich aufzuarbeiten.
Ich wünsche Ihnen dabei alles Gute!
Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt