Sehr geehrter Herr Schmidt,
Mein Mann und ich haben zur Zeit große Probleme mit unserer 13jährigen
Tochter. Seit einem viertel Jahr hat sie Deprissionsphasen in denen sie
sich die Arme mit einem Geldstück aufgerieben hat. Die Wunden waren
jedesmal sehr schlimm und es sind jetzt ingesamt ca. 9 Narben. Beim
erstenmal hat sie noch mit uns darüber geredet und uns die Wunde
gezeigt, später haben wir es nur noch zufällig bemerkt, wenn ihre Arme
offen waren. Unsere Tochter redet mit uns nicht mehr über ihre Probleme
und zieht sich völlig zurück. Wenn man sie dann doch darauf anspricht,
wird sie schnell agressiv und weicht aus. In letzter Zeit ist es
besonders schlimm, sie redet nur noch sehr wenig mit uns, wirkt nervös
und isst kaum mehr. Auch habe ich das Gefühl, das sie Nachts nicht
richtig schlafen kann, da sie serh müde aussieht.
Wir wissen beide, das die Pubertät keine einfache Zeit ist, aber das ist
doch nicht mehr normal. Bitte helfen sie uns!
Viele Grüße, I.S

Liebe I.S.,

vielen Dank für die Schilderung Ihrer Sorgen! Was Sie über Ihre Tochter schreiben, hat sicher nicht direkt oder ausschließlich mit der Pubertät zu tun. Es wirkt ernsthafter. Ihre Tochter scheint sich mit einem ernsteren Problem zu quälen. Aus irgendeinem Grund kann oder will sie sich Ihnen nicht anvertrauen. Und offenbar geht das schon längere Zeit so, denn sie hat schon Narben. Sie frisst irgendetwas in sich hinein, und zwar so viel, dass sie gar nichts anderes mehr essen mag.

Ich rate Ihnen dringend, eine Erziehungs- und Familienberatungsstelle mit Ihrer Tochter aufzusuchen. Dort kann man mit Ihnen und Ihrer Tochter vertraulich herausfinden, was dahintersteckt. Erst dann kann geholfen werden. Gehen Sie auf dieser website im Menue auf "PsychometriX", dort links unten auf "bke", dort auf "Ratsuchende", dann auf "Adressenverzeichnis". Hier finden Sie die Erziehungsberatungsstelle Ihrer Stadt bzw. Gemeinde. Rufen Sie dort an und erfragen die Anmeldemodalitäten und die Wartezeiten. Wenn die Wartezeiten zu lange sind (länger als 4 Wochen), dann sagen Sie, dass es sehr eilig sei. Wenn man darauf nicht eingehen kann oder will, rufen Sie die nächstgelegene andere Beratungsstelle an. Sie finden in Erziehungsberatungsstellen kostenlose Familienberatung, Familientherapie und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie, durchgeführt durch Profis.

Alles Gute für Ihre Tochter und Sie, Ihr

Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt

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