Sehr geehrter Herr Schmidt

Also zu meiner Geschichte. Ich war bis zum Dezember 2004 für 2 ¼ Jahren mit einer wunderbaren Person zusammen. Sie ist nun 19 ½ und ich 22 1/2 . Sie sagte häufig dass Sie vorstellen könnte mit mir Kinder zu haben und der Gedanke mit mir alt zu werden sehr schön sei. Nun im Februar letzten Jahres kam es zu einem „Crash“. Sie war sich nicht sicher ob es Liebe sei, weil einfach das Kribbeln vorbei sei und dass Sie Angst hätte etwas zu verpassen. Sie war so zerstört über diese Gedanken, die sie scheinbar schon seit etwa 3 Mte hatte, auf alle Fälle trennte sie sich für 3 h. Und leidete enorm. Wir versuchten es und redeten sehr oft und viel über das Problem. Sie ist eher eine Persönlichkeit die an allem zweifelt. Da ich Medizin studiere, vermutete ich auch schon, dass Sie Formen einer Depression zeigte. Sie wurde in der Primarschule geschlagen und leidete dadurch danach an Schlafstörung über 2 Jahre hinweg. Ich bat ihr häufig an, dass Sie eine Therapie machen sollte o.ä. Sie wollte einerseits, trotzdem hatte Sie Angst, dass es sich herausstellen würde, dass es nichts sei und sie nur simuliere. Nun Sie ging in keine Therapie. Das Problem legte sich mit der Zeit und sie meinte auch, dass Sie sich nie mehr eingeengt gefühlt hatte und das Gefühl vom frisch verliebt sein immer häufiger aufkam. Bis zum November. Am morgen sagte Sie mir aus voller Überzeugung das Sie mich liebe, und am Tag darauf, hatte Sie ein Gespräch mit Ihrem Gesanglehrer, da Sie ab Oktober in der gleichen Stadt eine neue Wohnung bezog und das Studium anfing. Sie fiel wider in das gleiche Loch und wir beschlossen eine „Pause“ einzulegen. 2 Wochen später, beendete sie die Beziehung. Sie meinte auch, dass Sie mich enorm vermisse und diese Angst einfach präsent sei und dass evtl die Angst nicht vergeht, wenn sie es ausprobiert. Sie meinte auch, dass wenn ich sie gehen lasse und sie wiederkommt sie bleibt, weil sie dann weiss das es der „Richtige“ ist. Sie zog sich danach enorm zurück und lenkte sich ab und ging mit den neuen Kollegen in den Ausgang und veränderte sich enorm. Ich wollte natürlich auch Antworten auf meine Fragen und schrieb ihr einen Brief. Ich fragte Sie, ob es irgendwann eine Chance geben könnte und Sie meinte, nein NIE mehr, usw. Trotzdem weinte sie dabei. Als sie zu ihren Eltern zurückging über Weihnachten fiel Sie dann in das Loch und weinte ununterbrochen und meinte zur Mutter: „ Ich muss so hart sein, sonst würde ich in der Entscheidung wanken! Ich darf doch Ihm keine Hoffnungen machen, das würde ihm nur alles erschweren! Sie könne erst/nur zurück, wenn Sie sich 100% sicher sei, dass es für immer hält, weil sie mir nicht noch mehr weh tun will! Sie habe Angst dass Sie mich für immer verliert usw.!

Natürlich waren diese Worte enorm hart zu hören für mich und zerrte enorm an den Kräften. Sie fragte auch ob wir eine Art Kollegschaft aufbauen könnten usw, obwohl ich ihr das mehrere Male verneinte hatte.

Nun möchte ich fragen, was soll man machen. Sie sagte mir ja dass Sie sich vorstelle könne mit mir alt zu werden usw. Aber einfach diese Angst sei zu gross gewesen  und der Drang nach Freiheit kam hinzu. Ich hatte schon mehrer Beziehungen , für Sie war das die erste. Und ich bin mir sicher, dass das „DIE“ Person war. Was soll man machen, Sie vergessen und schauen ob was besseres kommt oder hoffen und warten, oder was?

Hallo, vielen Dank für Ihren Brief!
Ich finde, Sie sollten hoffen und warten. Ihre Partnerin schwankt hin und her, himmelhoch jauchzend und tief betrübt. Sie ist ja noch sehr jung und unentschlossen und will sich deshalb wahrscheinlich noch nicht endgültig festlegen und an Sie binden. Von wegen Kinder haben und miteinander alt werden. Das klingt mit 17 oder 18 zwar sehr romantisch, aber nüchtern betrachtet ja noch reichlich verfrüht.
Also geben Sie sich selbst und vor allem ihr viel Zeit, seien Sie geduldig, bedrängen Sie sie nicht. Bleiben Sie ein sehr guter Freund und Liebhaber in Reserve. Lauern Sie sehnsüchtig darauf, dass Sie sie eines Tages endgültig auswählt. Aber rechnen Sie auch damit, dass dies vielleicht leider nicht passiert.
Aber hoffentlich doch!

Wünscht Ihnen Ihr
Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt