| Hallo Herr
Schmidt, ich bin seit 13 Jahre mit meiner Frau zusammen. 1998 haben wir geheiratet. Die Vorgeschichte war, dass wir uns in diesem Jahr fast getrennt hätten. Ich hatte meinen Platz nicht gefunden. Meine Frau ist sozial völlig anders "gestrickt" als ich. Trotzdem war die Beziehung abwechslungsreich und befruchtend. Wir hatten meistens guten, abwechslungsreichen Sex. Aber Aufgrund der persönlichen Situation mit dem "Gehen oder nichtgehen" stellte sich dieser fast ganz ein. Erst von meiner Seite, dann von Ihrer. Als dann zum fortschreitenden Zusammenbruch unserer Beziehung auch noch die Nachricht reinschneite, dass wir schwanger sind brach für mich erstmal eine Welt zusammen. Ich überlegte mir nun sehr genau, was ich denn tun solle, verbrachte viel Zeit mit mir allein und suchte Rat bei meiner Mutter und einem Freund. Ich kam zu Entschluß, dass ich meine Frau möchte! Nicht wegen des Kindes sondern wirklich wegen ihr. Ab dem Tag meiner Entscheidung lebte ich in supergefestigten Situation. Was ich nicht bemerkte war, dass ich meiner Frau schon erhebliche emotionale Verletzungen zugefügt hatte. Wir haben zwischenzeitlich auch darüber gesprochen. Meine Frau sagt sie liebt mich. Zwischendurch gab es natürlich aufs und abs wie es so dazugehört. Leider zieht sich meine Frau körperlich aber immer mehr von mir zurück. Ich sprach sie ganz offensiv darauf an, leider reduziert sie das Ganze immer auf den Punkt, dass ich mit ihr Schlafen wolle. Sie geht seit ca. einem Jahr wieder arbeiten. Der Raum für Ihre persönliche Freizeit vergrößert sich derzeit. Sie hat jedoch immer ein schlechtes Gewissen, wenn sie Freizeit ohne mich in Anspruch nimmt. Ich hab sie Anfänglich immer gedrängt was zu tun. Seit aber der ein leichtes Techtelmechtel mit einem Freund von mir entdeckt wurde, geht es mir nicht mehr so leicht von der Lippe. Ich habe Schlafstörungen und bin derzeit recht depressiv. Das nervt wieder meine Frau, und so nimmt der Kreislauf seinen Gang. Ich liebe meine Frau wirklich. Aber habe ich derzeit das Gefühl, die Situation nicht mehr lange aushalten zu können. Als ich ihr dies sagte, kam sie mit dem Argument, ich möge sie bitte nicht unter Druck setzen. Sie liebt mich und das sollte doch wohl reichen. Haben Sie einen guten Tip, wie ich wieder an Zärtlichkeit, Sex und ein gesundes Vertrauen in meine Frau komme. Sollte ich eine Paartherapie in Angriff nehmen? Gruß und Dank Mike |
Ja! Und für den
Fall, dass Ihre Frau nicht mitmachen will, machen Sie eine
Einzeltherapie bzw. Einzelberatung. Sie können schauen, ob es in
Ihrer Nähe eine Ehe- und Lebensberatungsstelle gibt, dort
können Sie sich meist kostenlos kompetent beraten lassen.
Mit freundlichem Gruß,
Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt