Hallo Herr Schmidt,

ich heisse Rosa, bin 38 Jahre alt, verheiratet, lebe mit meinem Mann in häuslicher Gemeinschaft und führen m.E. eine gute Ehe. Wir haben seit 8/2001 unser Wunschkind bei uns: Florian und erziehen ihn mit viel Liebe und Verständnis. Er ist ein ganz lieber Junge.

Die Geburt ( Florian war 3.970 g schwer )war schmerzhaft, nur durch eine Vakkumgeburt kam Flori auf die Welt.
Ab den 4. Monat ( Umstellung vom Stillen auf Flasche ) haben wir Verdauungsprobleme - manchmal mehr, manchmal weniger.

Das Sauberwerden mit dem kleinen Geschäft im Sommer d. J. war kein Problem, leider mit dem grossen schon. Nachdem er einmal Schmerzen hatte, hat der den Kot verdrückt und damit begann der Teufelskreislauf. Der Kinderarzt und ein Krankenhaus wurde eingeschaltet.
 Nachdem die Schulmedizin alle notwendigen ärztlichen Untersuchungen für i. O. befunden haben, wurden wir mit der Diagnose "Kopfproblem" von Flori abgefertigt.
Wenn er halt wirklich nur alle 5 Tage aufs Klo geht, müssen wir es mittels Einlauf oder Lactolose versuchen. Bei Lactolose hatte er sehr viel Bauchweh ( auch nachts ), sodaß wir das wieder absetzten mußten. Beim Einlauf kamen dann die psychischen Probleme dazu : Spucken, Schreien, keine Nahrungsaufnahme und dieses Möglichkeit wäre auch nur in Ausnahmefälle akzeptierbar.
Letztendlich konnte uns eigentlich nur ein Osteopathe helfen, der eine Nierenverklebung feststellte, diese innerhalb 15 Min. löste und seitdem war der Spuk zu Ende.

Seit 4 Wochen ist jetzt Flori nachts auch sauber, d. h. er weckt mich bis zu 2x auf, um das kleine Geschäft zu machen. Toll !
Leider ist es just - auch zu diesem Zeitpunkt - so, daß er mir wieder in die Unterhose einkotet und nicht mehr ins WC. Das kleine Geschäft macht er mir schon ins WC.
Die Kotabgabe erfolgt immer (wieder ) minimal - wie im Sommer d. J. auch. Leider konnte der Osteopathe diesmal nichts feststellen.

An was kann es jetzt liegen ? Er weiss ganz genau, daß der einkotet. In dem Momemt,wo er in die Hose drückt, schaut er mich direkt ins Gesicht und sagt: Nein, er kotet nicht ein.
Wir haben alles versucht, mit Lockmittel, mit Schimpfen, mit Bestrafen, nix hilft. Sogar das er in den Kiga nicht mehr gehen darf ( das er über alles liebt ), hilft nicht ( lediglich haben wir das bislang nur verbal angedroht - und der Kiga hat jetzt auch zu - und im Kiga kotet er mir nicht ein ! ).

Auch Ihren Fragenkatalog hab ich durchgesehen, einen ähnlichen Fall konnte ich leider nicht entdecken.
Hilft auch hier Ihr Grundsatz: mit Geduld und Spucke, obwohl er schon sauber war ?
Wie sollen wir uns weiterverhalten ?
Momentan sind wir ziemlich am Ende mit unseren Nerven und auch mit unserem Verständnis.
Kann es wirklich so sein, daß FLori jedes Auto mit Namen kennt und das Einkoten klappt nicht ?

Ich bedanke mich für Ihre Hilfe
- wünsche Ihnen und Ihrem Team ein gutes,neues, gesundes Jahr 2005
und schicke freundliche Grüsse aus Bayern.

Hallo,
vielen Dank für Ihren Brief! Sie ahnen sicher schon, was ich auch Ihnen rate: Nehmen Sie sofort jedweden Zwang und Druck aus dem Problem! Nur mit Ruhe, Geduld und Gelassenheit klappt es. Sie legen viel zu viel Leistungsdruck in die Angelegenheit. Das führt nur zur allgemeinen Verkrampfung, und die braucht kein Mensch auf dem Clo! Gleich zum Kinderarzt und ein Krankenhaus, was soll das? Warum so ungeduldig? Weil Sie eine Spätgebärende waren? Na, hoffentlich doch wohl nicht, oder? Sie setzen Ihr Kind dermaßen unter Druck, dass es einfach nicht klappen kann. Auch der Unsinn mit dem "Osteopathen": Dazu schweigt des Sängers Höflichkeit...

Um mich hier zum Xten Mal zu wiederholen (extra für Sie, weil Sie aus dem schönen Bayern sind): Mit Geduld und Spucke, fängt der Frosch die Mucke!

H.-R. Schmidt