Meine Tochter (2 1/2) begann letztes Jahr um ihren 2. Geburtstag herum,
sauber zu werden: sie weigerte sich, eine Widnel anzuziehen, und nach
zwei Wochen Kampf beim Wickeln, hab ich ihr angeboten die Windel
wegzulassen (es war Sommer und warm). Nach zwei Tagen war sie sauber und
trocken, nachts und beim Mittagsschlaf bekommt sie noch eine Windel.
Nach drei Monaten tagsüber trocken gingen ab und zu ein paar Tröppfchen
in die Hose. Ich hab das nicht weiters beachtet, hab eben Hose
gewechselt. Jetzt ist es soweit, dass jedes Mal ein paar Tröppfchen in
die Hose gehen und sie dann erst aufs Klo geht und den Rest ins Klo
laufen lässt. Das passiert in der Zwischenzeit alle Stunde. Jedesmal:
Frische Unterhose, frische Hose. Nachts hat sie weiterhin eine Windel
an. Eine Freundin hat mir gesagt, Kinder sollen nicht öfters als alle 2
Stunden aufs Klo, sie könnten sonst eine Schrumpfblase bekommen. Hat sie
das vielleicht schon? Soll ich ihr auch tagsüber wieder Windeln anziehen
und nochmal von vorne anfangen? Ich hab sie mal gefragt, ob sie eine
Windel möchte, das hat sie verneint. Ich hab dann weitergemacht mit dem
Höschenwechseln. Unterwegs, beim Einkaufen etc. hält sie es 2 bis 3
Stunden aus, nur zu Hause oder in vertrauter Umgebung müssen wir alle
halbe Stunde oder Stunde Hosen wechseln. Seit drei Tagen kommt es sogar
vor, dass sie gar nichts mehr sagt, wenn die Hose nass wird, sondern
einfach weiterspielt.
A.

Hallo,
Respekt vor Ihrem selbstbewussten Töchterchen! Ich finde, Sie sind zu überängstlich. Damit stören Sie dauernd die Sauberkeitsentwicklung Ihrer Tochter. Wieso gab es damals 2 Wochen Kampf beim Wickeln? Ich verstehe es so, dass Sie auf der Windel beharrten, Ihre Tochter aber keine mehr wollte. Wieso dann 2 Wochen Kampf, anstatt sofort mit Begeisterung auf die Idee der Tochter einzugehen und ihr zu helfen, trotz vieler Rückschläge diesen lobenswerten Entschluss (Ohne Windel!) umzusetzen?
Lassen Sie also sofort die Windeln vollkommen weg. Sagen Sie Ihrer Tochter, dass Sie gemeinsam versuchen werden, ohne Windel auszukommen, und dass Sie ganz sicher seien, dass es auch klappen wird. Wenn es mal nicht klappt, wäre das völlig harmlos und die Ausnahme von der Regel, die nicht weiter beachtet wird.
Und mit Geduld und Spucke,
fängt der Frosch die Mucke.

Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt