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geehrter dr.Schmidt, (haben Sie bitte Geduld mit mienem Schreiben; in deutsche Sprache über Probleme zu schreiben ist für mich nicht einfach; und entschuldigen Sie bitte meine Schreibfehler...)DANKE! seit 4 Jahren sind wir (ich 27; CZ, mein Mann 39;Ö) verheiratet.Insgesamt leben wir seit 6 Jahren zusammen. Unsere Tochter ist 9 Monate alt und ung. seit 1 Jahr haben wir grosse Probleme.Früher haben wir uns sehr gut verstande, viel unternommen, viel Diskutiert. Mein Mann ist im Top-Management tätig und einen Werk mit über 1000 Mitarbeiter leitet.Er hat immer schon viel zu tun gehabt, aber seit ca 2 Jahren ist es extrem viel geworden; er musste auch früher viel reisen,aber seit ca fast 4 Jahren leben wir sogenannte WoEnde Ehe; leider. Seiner Position verlangt einfach "alles" und in meinen Augen lebt er nur noch für die Firma. Das Baby wollten wir beide, wir habe uns sehr gefreut als ich schwanger geworden bin, er kaufte eine Wohnung in der Stadt wo er vor Ort sein muss,damit wir zusammen leben können.Ich habe zwar lange gezögert, den die Stadt ist von B, wo wir seit 5 Jahren leben, 500 km entfernt.Wir sind schon ein mal wegen seiner Arbeit umgezogen. Damals von A nach B. Diese Umzug war für mich eine grosse Enttäuschung,denn er sollte dann weniger unterwegs sein, war aber mehr als zuvor. D.h. ich habe Freunde und die vetraute Umgebung verlassen um ihn zu folgen und statt dessen war ich vollkommnen alleine; ich habe aber mittlerweile sehr gute Freunde gefunden,zu seinem Freunden (er kommt aus B) habe ich auch sehr gute Beziehung,sowie der Kontakt zu der Familie ok ist.Aber meinen Mann "verlor" ich irgendwie.Wenn es um die Umzug gegangen ist, meite er immer: "ich will dir nichts mehr verprechen, sonst bist du wieder entäusch und ich muss mir es dan anhören...also WENN DU WILLST, ziehe um, aber wenn DU NICHT WILLST, IST ES AUCH OK. Damit gewann ich das Gefühl, dass es eigentlich egal bin, WO ich lebe, weil er mich an seiner Seite offensichtlich nicht braucht.Das traurige ist noch dazu die Tatsache,dass mein Mann auf Grund seiner Arbeit und Verpflichtungen täglich erst gg Mitternacht ins Hotel zurück kehrt.Das wird sich nicht ändern und ich "soll es akzeptieren". Das hat mich verlezt und es ist kein Wunder, dass ich keine Begeisterung zeigen konnte. Aber nach dem die Wohnung gekauft wurde und ich Schwanger war, began ich mich zu freuern.Wie haben angefangen Ideen zu sammeln, Firmen zu kontaktieren...etc.Meine Schwangerschaft wurde aber von verschiedenen Komplikationen begleitet und aus dem Grund wurde ich freigestellt. Es ist mir nicht gut gegangen und ich habe von meinem Mann mehr Unterstützung erwartet; d.h. dass er sich vielleicht mal einen halben Tag frei nimmt,wenn er schon sonst die ganze Woche unterwegs war. Es ging jedenfalls nicht...wenn es aber geschäftlich sein muss, ist er unendlich flexibel.Ich habe aber auch noch hochschwanger in die Stadt zu ihm gereist und verschiedene Firmen und Geschäfte besucht, Preisangebote geholt etc. Aslo zeigte ich Interesse und Freude; bis ich im Mai zurück nach B kamm und er machte hinter meinem Rücken in der Wohnung eine Party; "ich habe ein Paar Leute eingeladen, bevor man mit der Renovierung beginnt..." ein Paar Leute waren aber fast 90!!und ich "war schwanger,also er wollte mich nicht mit der Reise belästigen" Zwei Tage bevor war es aber kein Problem....zu reisen.Ich habe ihm überrascht und zur der Party auch gekommen bin; und das sollte ich nicht tun...nicht nur die Entäschung mit welchem Eisatzt er alles vorbereitet hat,aber sein Verhalten mir gegenüber war reine Katastrophe, er stellte mich zwar vor aber dann ignorierte mich.Ich sprach mit den Leuten und versuchte meine Verletzung zu verbergen.Seit dem ging es dann nur Berg ab.Er versteht immer noch nicht,wie ausgeschlossen ich mich fühlte,wie belogen und verletzt. Es war zum ersten mal, dass ich ihn "anders" erlebt habe.Es war ein anderer Mensch,ein toller Chef, lustig, humorvoll,überfreundlich zu seinen Kolleginnen. Um so mehr ich "schwanger" war, um so weniger verstanden wir uns miteinander. Er war immer zu viel beschäftigt und wo ich mehr Zuwendug gebraucht habe, wurde ich immer mehr zurück gestoßen. Und das auch als Frau; ich habe es zum Teil verstanden, dass nicht aller Männer mit der schwangere Frau weiterhin die Sexualität ausleben können.Ich muss dazu schreiben, dass vor der Schwangerschaft hatte wir sehr schönes und aktieves Intimleben.Aber mein Mann hat mich dan komplett "weggestellt" und das Thema war auch nicht möglich zu besprechen; es führte sofort zum Streit. Leider hat sich seit dem nichts Verändert; d.h. seit mehr als einem Jahr leben wir tatsächlich wie "Geschwister" miteiander.Unser Sexualleben hat er auf seiner Selbstbefridigung degradiert. Ich habe nach der Geburt extrem hohes Bedarf nach Zuwendung und Zärtlichkeiten,ich habe es meinem Mann immer wieder gesagt, aber er hat immer nur behauptet,er sei müde, er steht unter Druck und ich stelle ihm auch noch unter Druck.Er hat keine Bedürfnise; meinte. Das ich aber welche hatte, blieb ohne Antwort.Ich war sehr aber sehr unglücklich. Ich habe immer wieder versucht mit ihm zu reden; habe Bücher gelesen über Managersyndrom, Ehekrisen, Männer,die einem enormen Leistungsdruck ausgesetzt sind, für ihm einen Urlaub beim Dungl organisiert,damit er sich erholen kann..(bis jetzt hat er den nicht in Anspruch genommen, eben wegen der Arbeit)..etc Noch dazu haben wir uns für eine ambulante Geburt entschieden, damit wir wirklich zusamen sein können; er hat sich 2 Wochen Urlaub genommen und hat versprochen falls das Baby später kommt (und es ist GOtt sei Dank kein Meeting!!), undisponieren. Da aber das Baby 10 Tagen über den errechneten Termin zur Welt kam, war damit sein Urlaub "vorbei".Zwei Tage später begann er sein Mo-Fr Rhytmus. Und das war den nächsten Schlag,die nächste grosse Entäuschung.D.h. er hat uns nicht ermöglich mit der neuen Situation überhaupt ein bisschen fertigzuwerden.Bei der Geburt,die sehr lang und schwer war, hat er mich wirklich sehr unterstütz; am nächsten Tag,wenn ich einfach nur seine Nähe brauchte,antwortete nur " er war schon 2 Tage mit mir; jetzt muss er seine e-mails lesen"...Über die Wirkung auf mich muss ich nicht viel schreiben; die Hormone, die Erschöpfung und seine Desinteresse haben einiges erreicht. Im September nach dem wir immer wieder Diskutierten - ohne Erfolg; denn ich muss es verstehen, alle meine Probleme mache ich mir selbst, er kann mir keine Zuwendung zeigen,weil mein Verhlaten zu ihm nicht in Ordnung ist, ich unterstütze ihm nicht etc. Ja, es war zum ersten mal die Zeit gekommen, in der ICH unterstützung gebraucht habe.Ohne es "verdienen" mit guten Verhalten zu müssen. Und dan kam die Krönnung; "er muss sich überlegen,ob er mit mir leben will" Ich, mit einem 2 Mo altem Baby alleine zu Hause, dass unter schweren Bauchkoliken gelitten hat, Nächte ohen Schlafen, voll am Stillen; und er sagte mir so was. Ich reiste nach Tschechien ab, zu meiner Familie. Ich war völlig weg. Das was mich am "Leben" hilt,war meine Tochter, für sie habe ich mich immer "zusammen" gerißen. Und heute? Ich habe ihm vorgeschlagen sich scheiden zu lassen, ich wollte mit ihm eine Beratung besuchen - das lehnte er kategorisch ab. Scheiden lassen möchte er sich nicht,er liebt mich doch, wir haben uns bewusst ausgesucht,weil wir glaubten es miteinander zu schaffen, wir haben Familie..Ich glaube,dass er wirklich bleiben will,aber auch weil ihm das Bild nach aussen sehr wichtig ist.Zur Zeit arbeitet er an der Wohnung und meint,dass wir im Sommer umziehen,wir planen Urlaub...typisch mein Mann. Mann konzentriert sich an das "oberflächlicher" statt unsere Ehe zu retten. Meine Gefühle sind sehr abgestumpft, mein Vertrauen ist weg. Meine Vision von unserem gemeinsamen Leben, von der Partnerschaft voller Liebe und Respekt ist gestorben, ich bin müde und habe keine Kraft mit ihm weiter zu leben; aber auch ohne ihm nicht, denn ich glaube immer ncoh an einen Wunder. Naiv? Villeicht. Dazu sind noch Sachen gekommen, die sich nur schwer anders erklären lassen,als das eine andere Frau in seinem Leben existiert auch wenn er das definitief bestreitet. Alles was ich ihm sage, alles was ich ihm nur anvertrauen möchte,wird sofort zur Kritik, Angrif, meckern, jammern...ausser Thema wie unsere Tochter (die er liebt und um sie er sich sehr kümmert) ein bisschen sein Job und das Wetter...Ich gehe jetzt selber zu einer Eheberaterin - Psychotherapeutin,damit ich wieder Kraft für mich und meine Tochter habe. Ich habe mich durch diese Probleme sehr verändert, ich fühle mich sehr unsicher, ich beginne an mich zu zweifeln,verliere an meinem Selbstbewust sein, bin sehr frustriert. Zum Glück habe ich Freundinnen die mich sehr unterstützen, Familie, die mich versteht und "umarmt" und auch meinen Glauben, den sonst könnte ich es nicht mehr schaffen. Was kann ich nur tun; was soll ich tun? Weil wenn ich aufgebe, ist es vorbei. Er wird nicht kämpfen; "dazu ist er zu müde und hat keine Kraft..." Herzliche Dank für Ihre antwort, K. |
Liebe K.,
vielen Dank für Ihren eindrucksvollen Brief! Ihr Mann und Sie
scheinen in Bezug auf Familienleben ganz unterschiedliche Naturen
zu sein. Sie scheinen eher das Familienleben an erste Stelle zu
setzen, wobei sich der Mann angemessen um Frau und Kind zu kümmern
hat, neben oder zumindest gleichrangig mit seinem Beruf. Und Ihr
Mann scheint im Kontrast dazu seinen aufregenden und
erfolgreichen Beruf an allererster Stelle zu sehen, worin Sie und
die Familie sich möglichst geräuschlos einzufügen hätten.
Beides scheint überhaupt nicht zu harmonieren.
Ich schlage mich da eindeutig auf Ihre Seite. Familienleben muss aus meiner Sicht immer im Einvernehmen beider Ehepartner gestaltet werden. Ihr Mann vernachlässigt Sie und seine Familie aber wohl doch zu sehr. Er scheint zu sehr in seinen Beruf verliebt, so sehr, dass Sie sogar befürchten, dass er darin nicht nur ideell, sondern ganz real fremd geht. Manche heutige Managerposten sind eindeutig familienfeindlich. Sie lassen sich mit einem bürgerlichen Familienleben meistens kaum vereinbaren, so dass ihre Protagonisten am besten Singles bleiben. Ob Ihr Mann sich darüber im Klaren ist, dass er beides nicht gleichzeitig haben kann -ein bürgerliches Familiernleben und seine übertriebene Verliebtheit in den Beruf - möchte ich bezweifeln.
Deshalb kommt es aus meiner Sicht nun für Sie darauf an, ihm dies zu verdeutlichen. Deutlicher als bisher. Sie sollten ihm definitiv vor Augen führen, dass Sie nicht bereit sind, so weiter zu leben wie bisher. Dass Sie beide Ihr Ehe- und Familienleben neu bedenken und neu organisieren müssen, damit in Zukunft mehr für Sie und das gemeinsame Familienleben herausspringt. Und dass Sie beide dies in einer Eheberatung klären können, wenn es im partnerschaftlichen, ernsthaften Zweiergespräch nicht möglich sein sollte.
Sie müssen Ihrem Mann aber sehr deutlich machen, dass Sie ihn gemeinsam mit dem Kind verlassen werden, wenn er nicht ernsthaft bereit ist, sich auf eine solche Neuorientierung einzulassen, sei es privat oder in einer Ehetherapie. Ich glaube, Ihr Mann bewegt sich erst, wenn Sie ernst machen.
Aber wenn er sich auch dann noch nicht bewegt, ist es für Sie eine sehr bittere, aber heilsame Erkenntnis. Ihre Ehe ist dann am Ende. Aber hoffentlich nicht Ihre einvernehmliche Elternschaft bei Ihrem auch dann auf immer gemeinsamen Kind.
Inzwischen alles
Gute,
Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt