Sehr geehrter Herr Schmidt,   ich bin alleinerziehend und meine Tochter bestiehlt mich immer wieder. Sie nimmt ungefragt Geld aus meinem Portemonnaie (der bisher höchste Betrag war 50 €) und das obwohl wir kaum mit unserem Geld zurecht kommen. Ich habe mit ihr im ruhigen gesprochen, ich habe sie schon angeschrien, aber am nächsten Tag hat sie anscheinend meine Argumente wieder vergessen. Sie bekommt ca. 75 € im Monat Taschengeld.   Sie hält sich an keinerlei Regeln mehr, ist jeden Tag nach der Schule fort und "verpasst" den frühzeitigen Bus nach hause. Ich muss sie dann abholen, damit sie überhaupt noch Hausaufgaben machen kann. Wenn sie dann zu hause ist, macht sie aber alles mögliche nur keine Hausaufgaben. Sie hat schon die Schule geschwänzt und hat noch einiges nachzuholen, aber sie besorgt sich die Mappen der anderen Schüler nicht und bringt ihre nicht auf den neuesten Stand.   Ich bin kurz davor aufzugeben und zu sagen mach doch was du willst, es interessiert mich nicht mehr. Aber ich weiß, dass das auch nicht der richtige Weg ist.   Können Sie mir einen Rat geben?   S

Hallo,
sie sollten eine Erziehungs- und Familienberatungsstelle aufsuchen und im Rahmen einer Familientherapie möglichst gemeinsam (also auch mit Hilfe des Vaters) herausfinden, was in der Familie so schief läuft, dass Ihre Tochter mit ihrer Mutter dermaßen überkreuz bzw. in Opposition liegt. Irgendetwas am Familienleben stört Ihre Tochter wahrscheinlich sehr stark, und Sie und der Vater sollten mit ihr gemeinsam herausfinden, was das ist, um es abstellen zu können. Was das sein könnte, kann ich aus Ihrem Brief nicht entnehmen, weil sie darüber weiter nichts schreiben. Bedeutet das, dass Sie sich darüber keine Gedanken machen? Sicher nicht.

Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt