| hallo un ein herzliches grüß gott ich möchte es kurz und so glatt wie möglich halten, mein problem ist folgendes. ich bin 40 jahre alt, habe einen 9jährigen sohn und lebe mit meinem lebensgefährten im keller des hauses meiner "schwiegereltern". im keller deswege, weil unsere finanzielle situation uns dazu zwang das Dachgeschoß des hauses zu beziehen. Dieses mußte jedoch erstmals ausgebaut werden, wir rechneten mit ein paar wochen, inzwischen dauert es schon fast ein Jahr und es ist kein Ende abzusehn. Ich besitze ein kleines kaffeehaus, das ich eigentlich ganz alleine bewirtschafte. Ich habe eine alte Frau als Aushilfe - stundenweise, ansonsten erledige ich kochen bedienen verkaufen einkaufen putzen gartenaufstellen.....alles alleine, da mein mann mit dem Ausbau beschäftigt ist.Leider hatte ich letztes jahr einen Bandscheibenvorfall im hals der operiert werden mußte(wegen lähmungserscheinungen) aber das interessiert niemanden so wirklich. auch der Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich wird halt als Rückenschmerzen abgetan. Ich bin die einzige die für das Geld der Familie aufkommt - trotzdem befinden wir uns nach wie vor in einer sehr brenzligen Situation, wir sind mit vielen Zahlungen im Rückstand, den Gerichtsvollzieher kenne ich leider schon persönlich - obwohl mit denen kann man gut zahlungsvereinbarungen treffen. Mein Mann sagt immer es wird schon alles gut werden bald werden wir aus dem gröbsten raus sein - das höre ich jetzt aber genauso lange, wie oben(Dachwohnung) wird bald fertig sein. noch dazu kommt daß meine Schwiegermutter ein putzsüchtiges, herrschsüchtiges sehr stures, streng katholisches kommandoweiblein ist, der man nichts rechtmachen kann, die alles besser weiß und alle mit ihrer rechthaberei alle in den wahnsinn treibt. Der Schwiegervater erlitt vor einem Jahr einen Schlaganfall, außer ein wenig Vergesslichkeit ist ihm gottseidank nichts geblieben,das schadet aber in seiner Situation überhaupt nicht. Die Sache sieht also so aus: Ich arbeite täglich von Montag bis Freitag 12 Stunden. Ich habe keine eigene Wohnung. Keine Küche.Keine Badewanne. Keine Privatasphäre. Keinen Moment in dem mein Mann und ich einmal alleine sind, denn unser sohn schläft mit im Kellerschlafzimmer. Auf das Wochenende freue ich mich nicht da wir es mit den Eltern verbringen. Die Schwiegermutter tritt mir wo sie nur kann mit Ratschlägen und erhobenen Zeigefinger entgegen, mit zuckersüssem Lächeln und vorwurfsvollen Blick. Daß wir in das Haus gezogen sind, war schon in gewisser WEise überlegt, ich kenne die Mehrgenerationenfamilie von meinem Elternhaus, aber die lassen sich alle irgendwie mehr in Ruhe sein. Meine Stresssituation scheint mir irgendwie auswegslos, da ich nicht weiß wie lange ich die harte Arbeit noch durchstehe. Vor allen Dingen, wenn man dann trotz vieler Arbeit auch noch kein Geld hat, macht einen das schon echt müde. Unser Sohn ist von der Situation auch betroffen, da er wohl nicht weiß wo sein Bereich- wer seine Erziehungsperson ist, von Oma ist er genervt, darüber ist die Oma wieder traurig..................?!?! Welche Strategie wendet man an in einem Haus voller selbstverliebter Besserwisser, um nicht als sensibler, aber auch schon manchmal grantiger Mensch durchzudrehen? Gespräche finden übrigens nur in form von smalltak, und Weltgeschehen statt, persönliche Gespräche enden meist mit Streit und dann wochenlangem Belegtsein oder Bocken. Ein Ausziehen aus dem Haus ist leider unddenkbar, da wir uns nicht mal Urlaub oder freie Tage leisten können. Mein Mann, mein Sohn und ich hatten in zehn Jahren ein Mal richtig Urlaub, ansonsten habe ich nur gearbeitet. Aber meine Schwiegermutter meint andere mütter gingen ja auch arbeiten. Also Miete können wir uns einfach nicht leisten. Vielen Dank Marion K. |
Hallo,
vielen Dank für Ihren Brief! Sie schildern Ihre unselbständige
und abhängige Familiensituation als ausweglos und schicksalhaft.
Offenbar sind Sie zwar einerseits sehr unzufrieden damit, haben
sich aber andererseits völlig darein gefügt. Sie haben auch gar
keine Frage an mich. Wollten Sie nur, dass ich Ihren Brief lese?
Ich verstehe Sie so, dass alles so bleiben soll, wie es ist,
obwohl sie sehr unzufrieden sind. Oder wollen Sie vielleicht doch
noch einmal Ihr Leben in die eigenen Hände nehmen?
Das wäre jedenfalls meine Frage an Sie.
Mit freundlichem Gruß,
Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt