Sehr geehrter Herr Schmidt,

folgendes Problem, zu dessen Lösung ich Sie freundlicher Weise um Ihren Rat bitten möchte:

Wir haben zwei Söhne, Maxime-Louis, 9 , und Felix-Oscar, 3 1/2 Jahre alt. Felix-Oscar ist vor einem Jahr ‚im Handstreich’ und quasi über Nacht trocken geworden. Er ist ein großer Nachahmer und möchte stets und ständig auch ‚ein großer Junge’ sein. So weit, so gut.

Gegen Ende letzten Jahres bekam er Probleme bei seinem bis dahin regelmäßigen (und festen) Stuhlgang und zwar dergestalt, dass er sich im wahrsten Sinne des Wortes ‚schwer’ tat und manchmal Blut mit kam. Nach diversen Arztkonsultationen und der Diagnose ‚Analfissuren’ stellte sich heraus, dass der Fehler wohl bei uns lag: Der Junge trank in der Zeit zu wenig, der Stuhl verhärtete sich, Oscar bekam Schmerzen beim Abführen und verzögerte dieses natürlich ständig, mit der Konsequenz der weiteren Verhärtung und noch größerer Schmerzen. So weit, so schlecht.

Fehler erkannt, Problem aber nicht gebannt. Seit dieser Zeit (Januar d.J.) ist der Stuhl zumeist weich und unregelmäßig – und konsequent in der Hose! Alles Bemühen und Reden –„Große Jungs machen nicht in die Hose“ helfen nicht, ebenso wenig wie Arztbesuche. Mir scheint, es ist ein ‚Kopfproblem’, Oscar erinnert sich seiner Schmerzen und will sie weiterhin verhindern oder nicht mehr zulassen. Auch Po-Säubern bereitet ihm Unbehagen. Hinzu kommt, dass er im Kindergarten „aufhält“, weil die Erzieherinnen Probleme mit der Säuberung der Kinder haben und diese scheinbar auch denen gegenüber deutlich werden lassen.

Doch damit nicht genug: Seit geraumer Zeit pinkelt er, als stolzes Kindergartenkind, auch noch (unregelmäßig) in die Hose. Faulheit? Bequemlichkeit? Ignoranz? ‚Rückfälle’ hatte auch sein Bruder. Oder will uns der kleine (große) Mann etwas anderes damit sagen? Es passt ja eigentlich gar nicht in seine Philosophie.

Sie sehen, lieber Herr Schmidt, Oscar (oder eigentlich wir) haben zwei Probleme. Können Sie ihm (uns) helfen?

Für Ihre Bemühungen danke ich Ihnen schon jetzt.

Mit freundlichen Grüßen W.

Guten Tag!

Vielen Dank für Ihre Anfrage in meiner Sprechstunde!

Wegen der ansteigenden Zahl der Anfragen und längerer Wartezeiten bitte ich Sie, erst einmal in meiner Sprechstunde die anderen Beratungen zum Thema "Sauberkeitserziehung" zu lesen. Vielleicht ist Ihnen dann damit bereits geholfen. Sie finden Beratungen zum Thema "Sauberkeit" u.a. unter den folgenden Nummern:

6, 41, 61, 70, 79, 98, 127, 146, 154, 159, 179, 181, 198, 200, 207, 221, 225, 239.

Wenn Ihnen damit nicht geholfen ist, können Sie mir gerne noch einmal schreiben.

Vielen Dank!

Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt
Psychologischer Psychotherapeut