| Guten Tag
Herr Schmidt Bei meinem Sohn wurde eine Hyperaktivität festgestellt.Er wurde ca 3 Monate mit Ritalin behandelt und er hat sich dann auch verändert er war ruhiger und in der schule kam er besser mit.Mein Sohn ist 9 Jahre alt er ist 126cm groß und wiegt 18 kilo.Er ist jetzt seit einer woche im Krankenhaus weil sein Gewicht zuwenig ist und er unter der Einnahme von Ritalin auch abgenommen hat.Jetzt soll das ritalin abgesetzt werden. Meine Frage an sie ist gibt es Spezielle Ärzte die sich mit dieser Krankheit auskennen ich habe das Gefühl das mein Kinderpsychologe bei dem wir in Behandlung sind damit total überfordert ist.Ich habe jetzt schon soviel darüber gelesen und im Fernsehen gesehen und ich muß feststellen das mich mein Kinderpsychologe nicht versteht oder verstehen will.Mein Sohn ist mitunter so aggressiv das er auf seine Geschwister und auf mich losgeht.Ich habe 4 kinder und ich werde mit ihm nicht mehr fertig ich weiß nicht mehr was ich noch machen soll und ich möchte sie bitten mir einen rat zu geben was für möglichkeiten ich habe. Ich bedanke mich schon jetzt für ihre hilfe und verbleibe bis dahin. Mit freundlichen Grüßen A. |
Hallo,
vielen Dank für Ihren Brief! Aus meiner Sicht gibt es keine klar
abgrenzbare und diagnostizierbare Krankheit
"Hyperaktivität" oder "ADS". Die Probleme
mit Ihrem Sohn lassen sich wahrscheinlich nicht mit der Diagnose
"Hyperaktivität" plus Ritalin einfach mal so
oberflächlich abtun.
Sie müssen stattdessen herausfinden und einfühlen lernen, was
Ihren Sohn seit langem seelisch wirklich quält oder stört. Erst
dann wissen Sie, wie man helfen kann. Ich glaube fest, dass
derzeit sehr viele seelische oder körperliche Probleme von
Kindern hinter dem medizinischen Etikett "ADS"
versteckt und mit Ritalin zugeschüttet werden.
Mein Rat für Sie: Vergessen Sie alles, was Sie bisher über "diese Krankheit" gelesen oder im Fernsehen gesehen haben! Wenden Sie sich stattdessen an Ihre Erziehungs- und Familienberatungsstelle. Versuchen Sie dort gemeinsam mit Ihrer Familie und einem kompetenten Fachmann herauszufinden, worunter Ihr Sohn seelisch leidet. Wenn Sie dies herausgefunden und verstanden haben, können Sie ihm helfen. Ohne Ritalin.
Und lesen Sie das
Buch von Thomas Armstrong: "Das Märchen vom
ADHS-Kind", das gerade herauskommt. Das schafft einen klaren
ADS-Kopf.
Mit Gruß, Ihr
Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt