| Hallo Herr Schmidt, ich bin eher zufällig auf Ihre Seite gestoßen, nachdem ich im Web nach Informationen zum Einkoten gesucht habe. Ich hoffe Sie können mir weiter helfen. Ich bin verheiratet, habe 2 Kinder, meinen "Großen" mit 7 Jahren und einen Sohn mit 3 Jahren. Der Große geht in die 2. Klasse, wurde recht bald eingeschult, er war noch nicht ganz 6 Jahre alt. Ich habe mir damals sehr viel Gedanken gemacht, ob ich ihn einschule, habe mich dann auch dafür entschieden, da seine ganzen Freunde aus dem Kindi auch zur Schule gingen und er der einzige gewesen wäre, der zurück bliebe. Es hat nach anfänglichen Schwierigkeiten gut geklappt. Er kommt prima mit den Stoff mit und gehört auch zu den Besten in der Klasse. Soweit ich es beurteilen kann und auch von der Lehrerin gehört habe, hat er keine Kontaktschwierigkeiten und kommt mit allen gut aus. Er hat zwar nicht "den "besten" Freund aber das Haus ist bei uns oft voll, mit seinen Kumpels. Aber da gibt es nun dieses Problem mit dem Einkoten. Und das treibt mich zum Wahnsinn. Er macht sich Phasenweise bis zu zweimal am Tag in die Hose.Sagt kein Wort, versteckt die dreckigen Unterhosen. vorgestern machte er sich neben mir in die Hosen, wenn ich nicht so eine gute Nase hätte, ich hätte es ihm nicht angemerkt. 1 Stunde später nochmal das Gleiche. Das geht so mit Unterbrechnungen seit 2,5 Jahren. Es kann also nicht unbedingt an der Schule liegen, denn es hatte vorher angefangen.Nachdem Trocken werden war er ja echt sauber. Paar mal ne Bremsspur aber nicht so extrem wie heute. Mit seinem Bruder kommt er meist gut aus, sie streiten sich auch mal, aber das ist ja normal. Einmal sagte er mir allerdings, dass ich mit seinem Bruder nicht soviel schimpfen würde, wie mit ihm.....! Am Anfang habe ich mit ihm ersteinmal nicht geschimpft, dann aber konnte ich es nicht mehr mit guter Miene aufnehmen und habe geschimpft und ein paar mal ist mir aus lauter Hilflosigkeit die Hand ausgerutscht. Ich beriet mich mit anderen Müttern, die sagten, ich solle es ignorieren. Ich hab` s versucht, es half aber auch nicht. Ich bin zu meiner Kinderärztin, sie sagte mir sie möchte ihn eigentlich nicht zu einem Kinderpsychologen überweisen und meinte es wäre o.k. meinen Unmut ihm gegenüber zu äußern. Aber das hilft nun auch nicht. Ich weiß mir keinen Rat mehr. Jedes Mal wenn es passiert, werde ich immer hysterischer, das Kind heult und verspricht mir es nicht mehr zu tun , nur um am nächsten Tag wieder reinzukacken. Und so zieht sich die Spirale immer weiter. Bitte geben Sie mir einen Rat . |
Hallo,
mir fällt an Ihrem Brief auf, dass Sie gar nichts vom Vater
Ihrer Söhne erwähnen. Ist das "Zufall"? Sind Sie
geschieden? Welche Rolle spielt denn der Vater für die Söhne?
Das ist ja gerade für Söhne eine sehr wichtige Frage, wenn es
zwischen Mutter und ihnen Probleme gibt. Ich rate Ihnen zum
Einen, in dieser Sprechstunde die schon recht vielen Beispiele
für Schwierigkeiten bei der Sauberkeitserziehung zu lesen.
Vielleicht erkennen Sie sich in dem einen oder anderen Beispiel
wieder und können davon profitieren. Auf jeden Fall sollten Sie
aber noch einmal genau internistisch im Sinne einer gründlichen
Ausschlussdiagnostik abklären lassen, ob es keine bisher
übersehenen organischen Ursachen gibt (z.B. eine Dickdarmenge
mit gestörter Darmperistaltik, sog. Megakolon, oder endokrine
Störungen). Wenn dies ausgeschlossen ist, handelt es sich um ein
unerkanntes und Ihnen nicht bewusstes Beziehungsproblem, das Sie
dann in einer Erziehungsberatungsstelle abklären und behandeln
lassen sollten.
Mit freundlichem Gruß
Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt