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geehrter Herr Schmitd, heute möchte ich Sie bitten mir einen Rat zu geben was ich tun soll.Ich bin 36 und habe eine Tochter von 12Jahren.Seit 3 Jahren bin ich mit meinem jezigem Mann (33) verheiratet ,er ist gut zu mir und zu meiner Tochter hat er auch ein gutes Verhältnis.Am anfang unserer Beziehung sagte ich ihm das ich eigendlich keine Kinder mehr haben will und er hat gesagt OK wir haben eine die reicht.Ich war mir damals sehr sicher das ER der Mann ist auf den ich lange warten mußte,das hat sich aber leider sehr geändert,denn seit ca.1Jahr denke ich sehr an ein 2 Kind nach und fühle das es einfach noch mal herrlich sein muß ein Kind großzuziehen,zumal ich jetzt einen Mann habe der (wie ich glaubte mich zu lieben).Allso setzte ich mich mit meinem Mann zusammen um ihm von meinem Wunsch zu erzählen und was dann kam war ein so großer Schock für mich das ich dachte der Boden würde unter mir aufgehen.! Er will absolut kein Kind er begründete dies mit den Worten dann müßte er auf Urlaub verzichten und dann müsste mann den Euro 3mal umdrehen wo doch so schon alles so teuer sei,Punkt um ich hatte keine Chance ihm zu erklären warum ich noch ein Kind wollte. Ich nahm allso ein paar Tage allen Mut zusammen um noch mal mit ihm zu reden,und das gleiche Ergebnis er will nicht und schluss ,er hat eine Tochter (meine ) die reicht!Nun herrscht ein freundschaftliches Verhältnis (gezwungenermasen)alles was mit dem Thema Kind zusammen hängtwird abgeblockt.Selbst wenn im Fernsehen Kinderwerbung läuft schaltet er um.Das tut mir weh!Wir sagen uns hallo und auf Wiedersehen das wars ,im Bett wird Gute Nacht gesagt und umgedreht.Was soll ich tun so kann es nicht weiter gehen ,ich hab alles Versucht aber er blockt immer ab.Ich weiß nicht ob ich ihn so noch lieben kann. |
Hallo,
vielen Dank für Ihren Brief! Das ist für Sie wirklich eine
traurige Situation. Offenbar hat Ihr Mann irgendein tieferes,
persönliches Problem bei der Vorstellung an ein eigenes Kind.
Hat er Angst vor der Verantwortung, oder weil er sich dann noch
tiefer an Sie binden würde? Dass Sie jetzt an Ihrer Liebe zu ihm
zweifeln, kann man gut verstehen, denn Ihr wunderbarer Wunsch
nach einem gemeinsamen Kind mit ihm sollte ihm doch eigentlich
Freudentränen in die Augen treiben! Ich denke, Ihr Mann kann
sich jetzt nicht einfach so aus der Situation herausziehen, indem
er sagt "Schluss und Aus". Sie haben ein Anrecht,
verstehen zu können, warum er kein Kind möchte. Und er muss
sich auch Ihre Gründe für ein Kind in Ruhe anhören und sich
damit auseinandersetzen. Dazu müsste er sich aber auf ein
ernstes Gespräch einlassen und seine Ausflüchte von wegen
Urlaub oder Geld mal hinterfragen.
Bleiben Sie hartnäckig und unnachgiebig! Viele Männer kriegen
nur Kinder aus Liebe zu ihrer Frau oder aus Angst, sie zu
verlieren, und sind dann doch liebevolle Väter. Sie sollten
Ihrem Mann auch vorschlagen, gemeinsam in eine Eheberatungsstelle
zu gehen und dort die unterschiedlichen Standpunkte in Ruhe
auszutauschen.
Die meisten Menschen, die auf einen Kinderwunsch so wie Ihr Mann
reagieren, haben ein unbewältigtes Lebensproblem mit ihrer
eigenen Kindheit. Das sollte Ihr Mann erkennen und lösen
können. Er kann ja auch alleine in eine Psychotherapie gehen und
sein Problem bearbeiten. Und Sie dürfen das von ihm ernsthaft
erwarten. Sonst muss man auf Dauer schwarz sehen für Ihre Ehe.
Sie können ja auch noch mit einem anderen Mann ein Kind haben.
Wenn Ihr Mann das wittert, wird er hoffentlich erwachsen und
stellt sich seinem Problem.
Alles Gute, Ihr
Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt