Sehr geehrter Herr Schmidt,

wir haben ein kleines, vielleicht aber auch ein großes Problem mit unserem Sohn der
am 30.03.2000 geboren ist. Im nachhinein möchte ich dieses schildern.

Es geht im Prinzip um das Trocken werden.

Unser Sohn geht seit September 2001 in die Kinderkrippe. ( von ca.7.30 Uhr - 11.30 Uhr)
Da er in der Anfangszeit sehr oft krank war und wir Ihm nicht zusätzlich großen Druck machen wollten, haben wir in der Anfangskrippenzeit das regelmäßige auf den Topf setzen etwas vernachlässigt. Wir waren der Meinung, das er in der Gruppe der KITA dieses einfacher erlernt. Als er dann ca. 2 Jahre alt war und er über größeren Zeitraum auch Gesund war, haben wir das regelmäßige auf den Topf setzen auch zu Hause weitergeführt.

Sitzung ja - Ergebnis immer nein.

Anfang September diesen Jahres trat dann für uns das erstemal folgendes Problem auf. Als wir Ihn aus der KITA abholten, gaben uns die Erzieher zum ersten mal, einen schmutzigen Schlüpfer von Ihm mit, ohne uns zu erklären, wie dieses geschah. Der Schlüpfer war nur in der Mitte etwas voll von Stuhl gewesen ( obwohl er  ständig eine Windel um hat ) und war bereits ausgewaschen.
Als wir unseren Sohn dann zu Hause auf den Topf setzen wollten verweigerte er es mit totaler Gegenwehr, selbst wickeln und Po abwischen  wollte er nicht zulassen. ( Mit Worten wie: Aua, tut weh, obwohl er keine Entzündung hatte.) Das nächste was dazukam, obwohl er bis zu diesem Zeitpunkt sehr gerne gebadet hatte, verweigerte er dies auch,  mit aller Gewalt. Selbst das waschen war nicht möglich, auch mit allen Tricks.

Auf Nachfrage in der KITA erhielten wir keine Erklärung, was vorgefallen war.
Durch große Unterstützung der Großeltern, wo wir ihn, daraufhin 14 Tage ließen, war das auf den Topf setzen und das Wickeln nach ca. 1 Woche wieder normal möglich. Mit dem Baden hat es 14 Tage gedauert. Bis zum heutigen Tage war alles wieder in Ordnung.

Als wir ihn heute dann von der KITA abholten, gab es den nächsten Vorfall.
Nach dem Mittagsschlaf, zu Hause, sollte er wie immer aufs Töpfchen. Es war nichts zu machen. Mit Müh und Not, haben wir ihn nach längerer Zeit wenigstens wickeln können.

Wir waren natürlich erst einmal sehr erschrocken.
Unserer Sohn kann schon sehr gut sprechen und auch sehr gut verstehen. Als wir ihn dann fragten, sagte er auf unsere Frage hin: "warum sollen wir nicht wickeln?" Antwort: "nicht die Beine hoch machen / nicht die Beine auseinander machen." Bei weiteren Nachfragen sagte er uns: Florian (Kind aus der KITA) hatte die Windeln voll und danach nicht auf den Topf  und hatte Aua.

Später beim spielen haute er mich, und als ich ihn dann ermahnte und ihm sagte, das wir zu Hause nicht hauen, fragten wir ihn, wer denn haut, sagte er: "die Tante bei den Kindern."    

Wir haben die Befürchtung, daß wir auf unsere Nachfragen in der KITA wieder keine Antworten erhalten werden.

Was sollen wir tun?

Hallo,
warum haben Sie Ihr Kind in eine solche KITA gegeben, und wie können Sie Ihr Kind noch so lange dort lassen? Schon als er sich bei der Oma wieder erholt hatte, hätten Sie ihn doch nicht wieder dort hingeben dürfen. Ihr Brief hat mich, ehrlich gesagt, etwas wütend auf Sie gemacht, weil Sie Ihr Kleinkind einerseits viel zu früh in eine KITA gaben (warum muss das sein?), und dann auch noch in eine offenbar ganz schlimme, in der Ihr Kind misshandelt wird, und Sie merken es erst so spät oder gar nicht! Wo bleibt da Ihre elterliche Sorgfalt?
Ich würde an Ihrer Stelle überlegen, ob ich nicht Anzeige gegen die KITA wegen Kindesmisshandlung stelle.
Also: Sofort aus dieser KITA heraus, die Eltern der anderen Kinder informieren, was dort abläuft, Anzeige erstatten bzw. das zuständige Jugendamt informieren, damit diese KITA sofort geschlossen bzw. die misshandelnde Mitarbeiterin entlassen wird! Und vor allen Dingen: sofort für die liebevollste Betreuung für Ihr schon arg traumatisiertes Kind sorgen.
Ihr etwas entsetzter
Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt