| Hallo, mein Sohn,heute 12 Jahre hatte als kleineres Kind Sprachschwierigkeiten.Aus diesem Grund ging er 5 Jahre in die Sprachbehinderten Grundschule.Diese Schule besuchte er mit großer Freude und Wissensdurst.Es war eine sehr gute Schule mit einer perfekten Lehrerin.Jens lernte zu fleißig und hatte guten Kontakt zur Lehrein und seinen Mitschülern.Da er aber sehr langsam ist und seine Motorik zu wünschen übrig lässt,hat er oft reduzierte Diktate machen müssen.Allerdings verstand er alles was er lernte besonders im rechnen.Die Klasse war bereits bis zur Bruchrechnung vorgedrungen. Mit dem Ende der Grundschulzeit kam nun die Frage, welche Schule kommt dann.Mit einem nicht sehr guten Gefühl schlug die Lehrerin eine Lernbehinderten Schule vor oder halt eine Privatschule mit Förderung.Der Schularzt wollte auch nicht so recht an die Lernbehinderten Schule heran,genehmigte es aber dann doch.Weil die Grundschule dies vorschlug. Wir selber sind auch hin und her gerissen. Eine Privatschule hätte ich, aber das Geld ( 600,00 ) nicht. Jetzt geht J. auf so eine Lernbehinderte Schule und ich bin so was von enttäuscht. Er mag nicht mehr lernen und sieht auch keinen Sinn in der Schule.Er hat täglich langeweile, weil er die Themen alle schon kennt.Gerechnet wir im 6. Schuljahr plus und minus im Zahlenbereich bis 1000.Englisch wird gar nicht angeboten,was meinen Sohn sehr interessiert.Er lernt daher etwas bei seinen Brüdern mit.Er ist zwar langsam aber nicht dumm.Als die Lehrerin darauf ansprach, meinte sie nur es sei eben eine Sonderschule.Was kann ich tun,um meinen Sohn richtig zu fördern. So entwickelt er sich doch nur zurück und verliert seinen ganzen Ergeiz. Es währe sehr schön, wenn Sie mir einen Rat geben könnten und ich meinem Sohn helfen kann. Vielen Dank, mit freundlichen Grüssen E |
Hallo,
vielen Dank für Ihren Brief! Mir scheint, Ihr Sohnemann ist kein
lernbehindertes Kind im engeren Sinne. In der
Sprachbehindertenschule hat man es ja auch nicht mit
lernbehinderten, sondern meist mit normal lernfähigen, aber nur
sprachlich entwicklungsverzögerten Kindern zu tun. Und dort war
Ihr Sohn ja auch gut versorgt, erfolgreich und zufrieden. In der
jetzigen L-Schule fühlt er sich nun natürlich unterfordert und
unwohl. Mit Ihrer Sorge, dass er sich hier intellektuell nicht
recht weiter entwickelt, liegen Sie deshalb wahrscheinlich
vollkommen richtig.
Sie sollten sich an einen (kostenlosen) Schulpsychologischen
Dienst wenden und die Schulfrage dort noch einmal gründlich abklären
lassen. Fragen Sie in Ihrem Jugendamt oder Schulamt nach einem
solchen nächstliegenden Dienst. Dort wird Ihr Sohn genau
psychologisch getestet. Die geeignete Schulform kann damit
eingekreist werden. Vielleicht kommt ja auch eine Montessori-Schule
oder eine Waldorfschule in Frage. Vielleicht gibt es auch eine
Hauptschule, die sich auf Ihren Sohn einstellen kann.
Alles Gute, Ihr
Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt