Ich bin mit meinem Latein am Ende. Mein Sohn (4) ist seit über
einem Jahrnachts trocken, tagsüber aber nässt er ständig ein. Ich
habe bereits viele Möglichkeiten - zu viele? - ausprobiert, von völlig
in Ruhe lassen, Toilettentraining (alle zwei Stunden auf die
Toilette)über  Schimpfen, Reden bis zum Hintern versohlen (die
Hose war sofort wieder nass, also völliger Unsinn, aber ich konnte
einfach nicht mehr) und Belohnen falls es klappt...
alles für die Kazt'! Allmählich komme ich mir richtig hilflos vor. Er
ist in jedem Fall der Stärkere, das weiß und spüre ich. Ich aber
werde immer aggressiver. Es fällt mir momentan richtig schwer ihn
zu lieben!! Was tun?

Liebe Frau Mit-dem-Latein-am-Ende,
vielen Dank für Ihre Frage! Wow, Sie haben sich ja in einen reinen
Machtkampf mit Ihrem kleinen Sohn verwickeln lassen! Und das auch noch wegen
gar nichts! Mit 4 Jahren muss er doch noch gar nicht völlig trocken sein.
Dass er es kann, beweist er ja nachts, wenn Sie ihn mit Ihrer völlig
übertriebenen Ungeduld in Ruhe lassen. Warum machen Sie solch einen
schädlichen Druck?  Das Trockenwerden kommt doch in einer liebevollen,
geduldigen und anregenden Mutter-Kind-Beziehung ganz von selbst. Das muss
man doch nicht zum Programm machen, darüber müssen gar nicht viele Worte
verloren werden. Es reicht, dass die Kinder merken, dass die geliebten
"großen" Leute nicht in die Hose oder ins Bett machen, um sie dazu zu
kriegen, diesem Vorbild freudig nachzueifern. Bedingung (ich wiederhole):
Liebevoll, geduldig, anregend. Also nie nervös werden, nicht strafen, nicht
schimpfen. Das ist es doch auch gar nicht wert, dass Sie so viel Nervenkraft
in so eine unwichtige und sich selbst regelnde Sache verschwenden. Also:
Seien Sie liebevoll, geduldig und anregend und lassen Sie Ihren Sohn ab
sofort das mit dem Sauberwerden ganz alleine regeln.
Lassen Sie ihn damit auch am Tage in Ruhe.
Viel Erfolg wünscht Ihnen beiden ihr
Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt

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