Lieber Herr Schmidt,

ich bin 37 Jahre und seit 5 Jahren mit meinen jetzigen lebenspartner zusammen
und ich habe eine Tochter ( jetzt 12 Jahre ) in unsere Beziehung mitgebracht.

Es ist alles kompliziert ! Ich denke so würde der titel unseres Buches heißen.
Unsere Beziehung hat von anfang an mit sehr vielen Höhen und Tiefen angefangen.
Mit vielen Diskussionen, Streite aber auch mit sehr viel Hingabe und Liebe
!
Was sich nie in den letzten Jahren verändert hat war das mein Lebenspartner
schlecht mit meiner " anderen "  Mendalität oder besser gesagt wie ich mit
gewissen Dinge umgehe zurecht  Ich versuche mich ständig bei Ihn zu rechfertigen
warum, weshalb, ich Dinge so sehe oder  tuhe, ich versuche es weil ich so
gern möchte das er mich versteht und akzeptiert ! Ich  Liebe Ihn und  ich
denke wenn wir einen gemeinsamen Weg finden dann kann jeder vom anderen Profitieren
!
Leider funktioniert das nur sehr selten und mir geht es ´nicht gut.
Jetzt hat er angefangen an meiner Tochter radikale Maßnahmen ein zu führen
! Er spricht mit Ihr seit 4 Wochen nicht mehr und ignoriert Sie und das alles
weil Sie nicht seinen Ansprüchen entspricht ! Er hat sich komplett aus der
Erziehung entzogen weil Sie stink faul wäre und keine verantwortung übernimmt
und das würde er nicht tolerieren. Gestern hatten wir diesbezgl.einen riesen
Streit weil auch meine Tochter anfängt nicht klar zu kommen mit sein Verhalten.Er
hat mir am Telefon klipp und klar mitgeteilt ich solle Ihn wegen diesen Themen
nicht mehr belästigen ich kenne seine Meinung dazu !
Was soll ich tun ? Wie kann ich uns wieder zusammen bringen ??? Hat das alles
noch Sinn ? Ich weiss es nicht und brauche unbedingt Ihren Ratschlag.

Vielen Dank und Liebe Grüße

Hallo,
vielen Dank für Ihren Brief! Ich glaube, dass Sie ein Eheproblem haben. Und dieses Eheproblem wird auf Ihre Tochter verschoben. Das Kind muss also darunter leiden, dass die Eltern ihre Beziehungsprobleme nicht lösen.

Worin Ihr Eheproblem genau besteht, kann ich nicht wissen, weil Sie dabei sehr im Allgemeinen bleiben und nichts Genaueres mitteilen. Aber dass Ihre Tochter darunter leidet, scheint eindeutig. Also wie können Sie Ihr Eheprobem lösen? Zunächst sollten Sie wahrscheinlich überhaupt erst einmal erkennen, dass es so ist, wie ich vermute. Und dann ist es sicher nicht weit zur nächsten Familien- oder Eheberatungsstelle, nicht wahr?
Fragt Sie Ihr
Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt