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geehrter Herr Schmidt, Ich bin mit meinem Freund sehr glücklich und doch steht das Problem dass wir seit einem Jahr kein Sex mehr miteinander haben, zwischen uns. Ich liebe ihn und er sagt auch das er mich liebt und ich glaube ihm das auch. Wir kuscheln auch mit einander und küssen und streicheln und er nimmt mich oft in den Arm und - ja eigentlich ist alles schön und könnte nicht besser sein. Wir lachen viel und können über alles reden auch über dieses Thema. Er sagt auf meine Frage hin, dass er im Moment keine Lust auf Sex hätte aber das er meint, dass die Lust bestimmt wieder kommt. Was soll ich nur machen, ich habe Angst, dass er nie wieder Lust auf mich hat. Er spricht übrigens auch von Kindern (er hat den Kinderwunsch geäußert)aber ohne Sex???? Wir hatten aus einer privaten Notlage (Autounfall) seine Eltern ein paar halbes Jahr lang zur Pflege in unserer Wohnung und seit dem, ist er so. Haben Sie einen Rat? Ich bin sehr verzweifelt und weis nicht mehr weiter. Vielen Dank für Ihre Bemühungen. |
Hallo,
man hat den Eindruck, als betrachte Ihr Freund Sie seit dem längeren
Aufenthalt seiner Eltern unbewusst wie eine zärtlich geliebte
Schwester. Wenn allein der Aufenthalt seiner Eltern wirklich der
Auslöser für seine Enthaltsamkeit war, dann sollte er eine
Psychotherapie machen, um seine psychosexuelle Hemmung zu lösen.
Aus Ihren wenigen Angaben kann ich das aber nicht beurteilen,
sondern nur als eine Möglichkeit empfehlen.
Oder hat alles
andere Gründe, die vielleicht doch eher in Ihrer Beziehung
zueinander liegen? Leider schreiben Sie auch hierüber nicht
genug. Findet er Sie sexuell wirklich attraktiv? Welche sexuellen
Vorlieben hat er? Befriedigt er sich selbst oder hat er auch
hierzu gar kein Bedürfnis mehr? Wie geschickt sind Sie darin,
einen scheinbar desinteressierten Mann sexuell zu reizen und zu
verführen, ihn herumzukriegen, ohne dass er sich unter sexuellem
Erwartungs- und Leistungsdruck fühlt? Möglicherweise hat ihn
der Aufenthalt seiner Eltern psychosexuell etwas gehemmt, und nun
wäre es an Ihnen, ihn mit Geschick wieder "anzumachen"?
Hofft jedenfalls Ihr
Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt