Sehr geehrter Herr Schnmidt,   Ich habe einen 9 Jährigen Sohn, mit dem ich eigentlich ganz zufrieden bin. Er prügelt sich nicht, kann gut mit kleinen Kindern umgehen, wenn z.B. sein kleiner Neffe zu Besuch kommt kümmert er sich um ihn, auch wenn es zum Teil ganz schön anstrengend ist. Manchmal kommt er auf die Idee Morgens Kaffee zu kochen oder den Tisch zu decken oder will dann auch mal beim kochen helfen. Auf einer Seite ist er sehr sensibel und teilweise Ängstlich. Er schläft nur mit Licht  kommt Nachts noch zu uns ins Bett oder bettelt teilweise solange, bis er gleich bei uns im Bett schlafen kann. Wenn er Sachen machen soll wozu er gar kein Lust hat z.B. sich waschen, sein Zimmer aufräumen, Schularbeiten usw. fängt er sofort an zu weinen. Ich weiß das es ihm sehr schwer fällt sich zu konzentrieren, er lässt sich sehr leicht ablenken, bekommt auch oft Einträge von der Lehrerin das er den Unterricht stört oder andere Kinder mit ablenkt. Die Lehrerin ist sogar der Meinung das man vielleicht mit einem Arzt darüber reden sollte, was ich nicht so sehe, da ich der Meinung bin das sie sich über Sachen aufregt die ich als nicht schlimm empfinde. Die Jungen gehen im Sportunterricht zu den Mädchen in die Umkleidekabinen und machen sich einen Gag daraus.Das findet sie unerhört , ich denke das ist normal und bei uns war das früher auch nicht anders das man mal andere Kinder geneckt hat. Ich weiß das mein Kind ein Mitläufer ist und sich schnell zu Sachen verleiten lässt. Wir reden auch sehr oft mit ihm darüber, er ist in dem Moment ja auch Einsichtig aber es hält nicht lange an. Ab und zu wird er natürlich dann auch bestraft Fernsehverbot, Stubenarrest oder Computerverbot das artet dann wieder in Heulaktionen aus. Wir lesen ihm wirklich fast jeden Wunsch von den Augen ab, aber wenn er dann mal etwas nicht bekommt wird gleich wieder geweint. In der Schule ist er auch nicht gerade eine Leuchte , ich habe auch das Gefühl das er überfordert ist. Seit seinem 3 Lebendsjahr leidet er unter Migräne und wenn er dann manchmal aus der Schule kommt sieht man ihm schon an wie es ihm geht und in dieser Verfassung dann noch Hausaufgaben machen ist natürlich für ihn eine Qual und der Abend endet dann so das er Magenschmerzen ,Kopfschmerzen hat und sich dann zum Schluss übergeben muss. Meinen sie das ich wegen seinem Verhalten einen Arzt aufsuchen müsste? Machen wir irgendetwas in der Erziehung verkehrt? Ich würde mich freuen wenn sie mir bald eine Antwort zu kommen lassen.   Mit freundlichen Grüssen Frau Sabine D.

Liebe Frau D.

vielen Dank für Ihre Anfrage! Wenn die Lehrerin rät, einen Fachmann aufzusuchen, muss es ja kein Arzt sein: ein Erziehungsberater wie ich einer bin wäre meiner Ansicht nach besser, denn irgendetwas könnte in Ihrer Erziehung tatsächlich schief laufen. Nur was, das ist die Frage! (Was die Migräne betrifft, waren Sie doch sicher bereits bei einem guten Kinderneurologen?) Über Ihre Familie erfahre ich aus Ihrem Brief leider weiter nichts. Wenn Sie "wir" sagen, meinen Sie dann sich und Ihren Mann? Welches Verhältnis hat denn Ihr Sohn zu seinem Vater? Ist Ihr Sohn ein Einzelkind? Dies und mehr müsste ich alles wissen, um Ihnen genauere Hinweise geben zu können, in welche Richtung Ihre Suche gehen könnte. Verwöhnen Sie Ihren Sohn? Möglicherweise hat es Ihr Sohn faustdick hinter den Ohren, und Sie unterstützen dies unmerklich? Leidet Ihr Sohn unter Selbstwertproblemen? Dann würde ich erneut nach seinem Vater-Verhältnis fragen. Kurz gesagt: Ihr Brief sagt zu wenig aus, so dass ich Ihnen auf diesem Wege zu wenig raten kann. Sie haben 2 Möglichkeiten: Sie suchen mit Ihrer Familie Ihre ortsnahe Erziehungs- und Familienberatungsstelle auf und lassen sich dort kostenfrei gründlich und ausführlich beraten. Oder Sie nutzen meine kostenpflichtige weiterführende Beratung auf dieser website. Ich schicke Ihnen dann einen ausführlicheren Fragenkatalog, den Sie beantworten, und dann kann ich Ihnen fundierter raten.

Mit freundlichem Gruß, Ihr Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt

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