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geehrter Herr Hans-Reinhard Schmidt, ich bin 34j und seit 7,5 Jahren mit meiner Freundin (27) zusammen. Wir sind auch so ziemlich sofort zusammen gezogen und haben somit bereits den "Ernstfall" geprobt. Vor ca. 3 Jahren habe ich das Gefühl gehabt daß sie mich nicht so liebt und auch nicht in der Öffentlichkeit zu mir steht. so ist sie für ca. 3 Monate ausgezogen. mir tat die entscheidung umgehend leid, ob aus mitleid oder liebe weiß ich nicht. in den 3 monaten hatte ich auch jemanden kennengelernt mit der ich auch geschlafen habe. es war aber keine liebe, sie war verheiratet und wir beide wußten das es mehr oder weniger bei dem einen mal bleibt. so war es auch. das sexual leben mit meiner freundin ist mehr oder weniger eingeschlafen. viel. 6-7 mal im jahr. nach den 3 monaten zogen wir wieder zusammen und alles lief seinen weg. jetzt seit ein paar wochen habe ich das gefühl daß wir lediglich wie 2 gute alte freunde zusammen leben, morgens ein küsschen abends ein küsschen und das war es. wir sind auch in sachen freizeit absolut unterschiedlicher auffassung. d.h. sie geht gerne spazieren ich "hasse" spazieren gehen. ich gehe gerne mal in den biergarten oder lecker essen oder mal ein konzert besuchen, einfach mal den tag so "genießen" ohne immer aktiv sein zu müssen. alle diese dinge passen überhaupt nicht in ihr bild. ebenso wie am wochende mal in den Biergarten, disco oder kneipe o.ä. in den letzten wochen habe ich dann eine bekannte von uns getroffen in der disco und wir haben uns sehr nett unterhalten. plötzlich kam es dazu das wir uns küssten . zunächst waren wir beide total platt. wir verabredeten uns wieder wohlwissend was dann passieren würde. wir küssten uns wieder und wir entwickelten Gefühle die wir so nicht wollten. zu einer aussprache verabredet in der wohnung einer freundin ist es dann passiert.wir haben zusammen geschlafen. das gefühl wurde immer stärker daß wir beide für einander geschaffen sind. wir trafen uns noch 2 weitere male und wieder schliefen wir miteinander. ich hatte mit dem gedanken mich von meiner freudin zu trennen schon abgeschloßen, aber irgendwie schaffe ich es nicht, als ich es ihr sagte war sie natürlich wanhsinnig traurig. von meiner affäre habe ich noch nichts erzählt außer das wir ein bischen geküßt haben. und sie mir natürlich im kopf umherschwirrt. ich schwanke jetzt hin und her ob ich nur aus mitleid bei meiner freundin bleibe oder ob ich zu der anderen gehen soll. ist die freizeitgestaltung ein so wichtiger Punkt davon eine beziehung abhängig zu machen? ich muß eine entscheidung treffen. zu hause bin ich fast unerträglich solange ich für mich nicht weiß wen oder was ich will. was kann zu einer entscheidungsfindung beitragen?! MFG, S. |
Hallo S.,
vielen Dank für Ihren Brief! Ihr Problem beschreiben Sie sehr
anschaulich, aber helfen kann Ihnen bei der Entscheidungsfindung
wirklich niemand! Das ist ganz allein Ihre Aufgabe. Ich kann nur
soviel sagen, dass die gemeinsamen Interessen in der Freizeit
schon sehr wichtig sind. Sie müssen sich nicht vollkommen
decken, aber wenn der eine Vieles sehr gerne macht, was der
andere hasst... Ich frage mich, ob Ihre Partnerin nicht selbst
schon öfter an eine Trennung von Ihnen gedacht hat. Zumindest
vor 3 Jahren schien es doch so weit gewesen zu sein. Ich frage
mich (und Sie), warum Sie beide danach überhaupt wieder zusammen
gekommen sind? Aus Gewohnheit? Warum haben Sie beide noch nicht
geheiratet? Aus Zweifeln?
Überlegen Sie am Besten noch heute, und dann entscheiden Sie
sich! So oder so, am Quälendsten ist es, sich nicht festzulegen.
Alles Gute!
Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt