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geehrter Herr Dr. Schmidt, Vor etwa einem halben Jahr nach der Sauna bat unser Sohn Fabian (12), ihm einmal "so richtig den Hintern zu versohlen". Meine Frau und ich dachten erst, wir träumen. Bisher hatten wir ihn noch nie geschlagen. Auf die Frage, wie er sich das wohl vorstellt, meinte er; vor dem Schlafengehen würde er dann die Schlafanzughose runterlassen und sich bei einem von uns über den Schoß legen, und dann sollte meine Frau oder ich ihm mit dem Kochlöffel oder Badelatschen den Po verhauen, und zwar so lange, bis er so "richtig heult". Er wolle mal sehen, wie es ist, den Hintern voll zu bekommen. Er wäre anschließend auch nicht böse auf uns, sagte er. Sein Freund bekommt schließlich auch öfters mal eine Tracht Prügel auf den Hintern. Nach einiger Bedenkzeit und weiteren Gesprächen und Warnungen, sind wir schließlich darauf eingegangen. Er ließ die Hose runter und präsentierte uns seinen blanken Po zum versohlen. Als er dann nach einiger Zeit darum bat aufzuhören, habe ich ihm so lange den Hintern versohlt, bis er geheult hat wie ein 3-jähriger. Anschließend haben wir dann solange gekuschelt bis er sich wieder beruhigt hatte und einschlief. Die nächsten Tage war er ziemlich anhänglich und schmusig, was sich nachher wieder auf das Normalmaß reduzierte. Wir dachten eigentlich, dass er da eine schmerzhafte Erfahrung gemacht hat und dass das Thema damit erledigt sei. Gestern Abend hat er mir eröffnet, dass er mal wieder was hinten drauf braucht. Wie sollen wir uns verhalten ? Wir haben ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zueinander. Hängt dieses Verhalten vielleicht mit der (auch sichtbar) beginnenden Pubertät zusammen ? Wir haben ihm auch angeboten, dass er nicht mit in die Sauna muss, wenn er nicht möchte, aber das lässt er sich nicht nehmen. Schließlich hätten wir ihn ja schon immer nackt gesehen, meinte er bloß. Sein Schamgefühl anderen gegen über ist dagegen sehr ausgeprägt. Ist dieses Verhalten normal ? Für einen brauchbaren Rat wären wir sehr dankbar. Mit freundlichen Grüßen Mark G. |
Sehr geehrter Herr G.
dass Ihr pubertierender Sohn sexuelle Fantasien hat und sie
seinen Eltern erzählt, ist das Eine (und Harmlose). Dass Sie
aber real darauf eingehen und ihm tatsächlich den nackten Pol
verhauen, ist das Andere (und Besorgniserregende). Haben Sie mal
überlegt, warum Sie das gemacht haben? Normalerweise übergeht
man doch solche kindlichen Ansinnen lachend, weist sie mit mehr
oder weniger deutlicher Entrüstung von sich. Das hilft den
Kindern, solche kleinen sexuellen, pubertären
"Verirrungen" wieder zu vergessen und zu überwinden.
Ich will ja nicht behaupten, dass da in Ihnen eine sexuelle
Sicherung durchgebrannt ist, als Sie Ihren Sohn verhauen haben,
aber der Gedanke kam mir schon. Seien Sie mal ehrlich zu sich
selbst: Beschäftigen Sie sich manchmal selbst noch mit
sadomasochistischen Wünschen? Sie sollten ernsthaft aufpassen,
Ihren Sohn psychosexuell nicht zu beschädigen, wenn Sie selbst
sadomasochistische Neigungen haben sollten.
Nichts für Ungut, aber Sie wollten ja einen brauchbaren Rat!
Ihr Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt