Guten Tag! Seit März 2000 lebe ich getrennt und meine Tochter 11
ist bei mir.Wir haben eine neue familie gegründet und sie möchte
ihrem leibl. Vater auch nicht besuchen.Sie hat sich in der Schule
dermaßen verschlechtert dass sie nicht versetzt wird.Auch eine
"Spielstunde" für Scheidungskinder vom Jugendamt über 12
Wochen hinweg endete mit dem Ergebnis dass sie unauffällig sei
und keine Probleme mit der Trennung hat.Woran kann es dann
liegen, und was kann ich versuchen; sie hält sich nicht an Regeln
und macht was sie will.Mit meinem neuen Partner hat sie auch
keine Probleme, im Gegenteil, sie liebt ihn sehr. Deshalb verstehen
wir ihr Verhalten uns gegenüber nicht mehr.Was ist das richtigste
was wir tun können. ich bedanke mich schon im vorraus für eine
Antwort
Mit freundlichen Grüßen     SONJA

Liebe Sonja,
vielen Dank für Ihre Mail. Leider ist Ihre Beschreibung zu kurz und oberflächlich, so dass ich nichts Genaueres raten kann. Ob in einer Spielstunde im Jugendamt wirklich erkannt wird, welche seelischen Probleme ein Scheidungskind hat, weiss ich nicht. Auffallend ist natürlich, dass Ihre Tochter ihren Vater nicht besuchen will. Das ist auf jeden Fall ein Problem
für sich, obwohl ich natürlich nicht wissen kann, was alles damit verbunden sein mag. Hoffentlich finden Sie das jedenfalls nicht normal. Kinder aus geschiedenen Ehen sollten immer einen harmonischen Kontakt zu beiden Eltern bewahren. Ihre Aufgabe als Mutter liegt darin, diesen Kontakt Ihrer Tochter zum Vater nach Kräften zu fördern, auch wenn Sie inzwischen einen neuen Partner haben, den die Tochter mag. Schulische Leistungsprobleme können sehr viele Ursachen haben, oft auch ganz harmlose.
Aus Ihrer zu kurzen Schilderung kann ich nichts entnehmen, um die Ursachen etwas eingrenzen zu können. Ich tippe aber doch darauf, dass es mit der Scheidung zusammenhängt und Sie die seelischen Probleme Ihrer Tochter dabei übersehen. Am besten wenden Sie sich an Ihre Erziehungs- und Familienberatungsstelle. Dort können Sie alles ausführlicher und differenzierter darstellen, so dass man auch die Ursachen besser erfassen kann. Vielleicht machen Sie ja doch erzieherische Fehler im Zusammenhang mit Ihrer Scheidung?
Mit freundlichem Gruß, Ihr Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt

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