Sehr geehrter Dr. Schmidt!
Ich habe folgendes Problem. Ich komme mit der Familie meines
Mannes einfach nicht zurecht. Meine Schwiegermutter gibt mir
immer zu verstehen, das ich nicht dazugehöre. Sie hat z. B. 2X
hintereinander nicht zu meinem Geburtstag
angerufen, mit der Begründung, sei doch nur die
Schwiegertochter.
Ich dagegen hab das toleriert und bin mit zu ihrem Geburtstag
gefahren und habe kein Wort über ihr Verhalten verloren. Auf
Familienfeiern ich die einzige, die zu ihr Sie sagen muss,
während
alle anderen (2 Schwiegersöhne) wie die eigenen Söhne
behandelt werden. Mein stand in dieser Familie wird noch durch
meine 2 Schwägerinnen schwerer, die mir auch durch permanente
gemeine Sprüche das Leben schwer machen.Ich bin jetzt ein Jahr
nicht mehr dort hingefahren, weil ich das psychisch nicht
verkrafte,
habe aber Probleme damit, weil mein Mann
mit unserer Tochter (3Jahre) alleine dort hinfährt und die
kleine
dann dort total verzogen wird. Mein grösstes Problem ist aber,
das
ich immer das Gefühl habe, das mein Mann nie hinter mir steht.
Wenn ein Spruch fällt, ignoriert er diesen oder sagt zu mir, ich
soll
nicht alles so ernst sehen. Ich habe ihm sooft gesagt, das mir
diese Gemeinheiten wehtun, aber seine Antwort ist immer
nur: Das ist meine Mutter, und das sind meine Schwestern. Er
behauptet, er würde zwischen 2 Stühlen stehen, was ich ja auch
nachvollziehen kann, aber er könnte doch trotzdem auch mal
zeigen, das ich seine Frau bin.Es gibt wegen
diesem Thema dauernd Ehekrach, was mich und natürlich unsere
Ehe sehr belastet. Mein nächstes Problem ist nun, das der
Geburtstag unserer Tochter vor der Tür steht(Nikolaus), und eine
Schwester ( leider auch Patentante )sich zum Besuch angemeldet
hat.Meine Schwiegermutter wird sehr wahrscheinlich nicht
kommen, was mich für unsere Tochter sehr traurig macht.
Ich weiß gar nicht, wie ich mich verhalten soll, nach diesem
einen
Jahr. Ich habe meiner Schwiegermutter schon ein Gespräch
angeboten, aber sie sagt immer nur, sie habe sich nicht
vorzuwerfen. Ich habe einfach keine Lust mehr auf
diese Sprüche und diese Gemeinheiten. Ich glaube meiner
Schwiegermutter nicht. Als die Taufe meiner Tochter anstand
wurde mein Neffe (6 Wochen älter als meine Tochter ) 6 Wochen
früher getauft. Wir waren eine Woche vor seiner Taufe zu Besuch
und dort wurde mir vor allen Familienmitgliedern das
Taufkleid gezeigt, das (wortwörtlich) die Oma für ihren
Enkelsohn
genäht hat.
Mir wurde ganz schlecht. Ich fragte mich, warum nicht auch für
meine Tochter.
Die Antwort: Ich dachte, du hättest schon eins.
Bitte geben sie mir Antwort.
Mit frld Grüßen
Stefanie
Liebe Stefanie,
vielen Dank für die Schilderung Ihres Problems.
Sie haben recht: Ihr größtes Problem ist, dass Sie das
Gefühl haben,
Ihr Mann steht nicht hinter Ihnen, wenn es um Ihre Anerkennung in
seiner Herkunftsfamilie geht. Ihre Schwiegereltern und
Schwägerinnen
können ja über Sie denken, wie sie wollen. Das müsste Sie
nicht allzu
sehr belasten, wenn Ihr Mann zu Ihnen halten würde. Aber das tut
er
aus Ihrer Sicht eben nicht, und das genau ist das Verletzende
für Sie.
Er gibt Ihnen damit ja immer wieder Anlass dazu, an seiner Liebe
zu
Ihnen zu zweifeln.
Sie sollten Ihrem Mann ernsthaft klar machen, dass Sie an seiner
Liebe
zu Ihnen zweifeln, und dass Sie das nicht mehr lange ertragen
können.
Wenn er Sie liebt, dann stellt er sich klar auf Ihre Seite und
redet
mal ein sehr ernsthaftes Wort mit seiner Mutter (das ist doch
absurd,
dass Sie Ihre Schwiegermutter Siezen. Das kann Ihr Mann doch
nicht
hinnehmen). Ihr Mann scheint gar nicht zu merken, dass er damit
selber
immer wieder gedemütigt wird. Schließlich hat er Sie doch
geheiratet,
und nun wird die Frau seiner Wahl so diskriminiert? Da wird er
doch
dauernd selbst diskriminiert!
Seien Sie selbstbewusst und stellen Sie Ihren Mann vor die Wahl:
Entweder Sie oder seine Herkunftsfamilie! Wenn er sich nicht
endlich
für Sie einsetzt, wird er Sie verlieren. Machen Sie ihm das ganz
ernsthaft deutlich.
Gleichzeitig sollten Sie Ihrer Schwiegermutter mitteilen, dass
Sie
verstanden hätten, bei ihr nicht willkommen zu sein und Sie sie
und
die übrige Familie Ihres Mannes deshalb vorerst nicht weiter
belästigen möchten. Sie würden gern den Kontakt weiter
aufrechterhalten, aber dazu bräuchten Sie das Gefühl, wirklich
von
Herzen willkommen zu sein. Und bis Sie das nicht fühlen, stellen
Sie
alle weiteren Kontakte mit der Familie Ihres Mannes radikal ein.
Drohen Sie Ihrem Mann damit, dass Sie ihn verlassen müssen, wenn
er
nicht reinen Tisch mit seiner Mutter und seiner Herkunftsfamilie
macht. Nur er kann für klare Verhältnisse sorgen. Tut er das
nicht
endlich, dann verliert er Sie auf Dauer.
Seien Sie tapfer! Kämpfen Sie um Ihren Mann und Ihre Familie.
Lassen
Sie ihn diese Seite lesen!
Das wünscht Ihnen Ihr
Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt
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