Hallo,
wir sind mittlerweile total ratlos. Unser Sohn war mit 3 Jahren eigentlich
sauber, seit einigen Monaten jedoch kotet er sich fast alle paar Tage ein
und die nassen oder vollgetropften Unterhosen kann ich schon gar nicht mehr
zählen. Wir haben schon ales versucht, ihn kommentarlos saubermachen, mit
ihm drüber sprechen, mit ihm schimpfen, ja sogar Klappse (vorauf ich nicht
stolz bin) aber es bessert sich nicht - nur mal eine gewisse Zeit und dann
gehts wieder los. Ich kann auch kein System oder sowas entdecken. Unser Sohn
hat eine Schwester( 2 1/2), und ist sonst ein intelligenter Kerl, etwas
eigensinnig( normal),aber gutmütig. Er hat leichte Wahrnehmungsstörungen,
die wir seit 1 Jahr mit Ergotherapie behandeln. Er ist in meinen Augen ein
ganz besonderer Junge, aber diese immer wiederkehrenden Sauberkeitsprobleme
lassen mich das oft vergessen. Ich bin ein temperamentvoller und manchmal
auch ungeduldiger Mensch, der auch schnell mal rummotzt, aber es 2 sec.
danach wieder vergessen hat - bin ich für mein Kind zu unberechenbar? Ich
weiß langsam nicht mehr weiter, heute habe ich ihm in meiner Verzweiflung
einfach wieder eine Windel angezogen, und ihm gesagt, daß er sie auch morgen
im Kindergarten anziehen solle, ich kann diese Stinkerei einfach nicht mehr
ertragen. Es ließ ihn scheinbar ungerührt. Ich hoffe sie haben einen Rat für
mich...
Mit freundlichem Gruß A.V

Hallo,
haben Sie denn mögliche organische Ursachen bereits ausgeschlossen? Wenn nicht, sollten Sie als erstes mit dem Kinderarzt darüber sprechen und auch einen kurzen Klinikaufenthalt zur exakten Diagnostik in Erwägung ziehen. Wenn körperlich nichts zu finden ist (was meistens so ist), besuchen Sie am besten Ihre nächstliegende Erziehungsberatungsstelle und suchen dort nach den seelischen Ursachen. Ich weiss aus Ihren Angaben leider nicht, wie alt Ihr Sohn derzeit ist, deshalb kann ich nicht viel mehr sagen. Häufig sind unverdaute Geschwisterrivalitäten und -eifersucht die Ursache, wenn ältere Geschwister wieder unsauber werden. Welche Rolle spielt Ihr Mann in der Kindererziehung?
Mit freundlichem Gruß,
Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt