Hallo Herr Schmidt,   ich bin sei 4 Jahren geschieden. Ich habe eine Tochter . Sie ist 9 Jahre alt und lebt bei der Mutter. Gemeinsames Sorgerecht besteht, aber die Mutter limitiert den Kontakt soweit, dass ich nur Freitags anrufen kann.   Wenn ich mit meiner Tochter spreche, beendet die Mutter das Gespraech, indem sie einfach den Hoerer wegnimmt und ihre persoenlichen Belange in einem unnetten Ton mir mitteilt(meistens finanzielle).   Meine Tochter wird in alles involviert und es kommt des oefteren vor, dass meine Tochter sagt:..."wenn du nicht machst was Mama sagt, brauchst du mich nicht mehr anzurufen".   Besuche sind ausser Frage. Die Mutter beeinflusst zu stark meine Tochter, dass sie mir sagt: "Papa ich will dich nicht sehen".   Was kann ich tun, wo bekomme ich Hilfe? Ich leider sehr darunter.   Danke.   G.

Hallo,
Ihnen steht natürlich ein umfängliches Umgangsrecht und ein ungestörtes Vater-Kind-Verhältnis mit Ihrer Tochter zu. Auch Ihre Tochter hat ein Recht auf ihren Vater. Diese Dinge sind gesetzlich eindeutig festgelegt und die Kindesmutter verhält sich gesetzeswidrig, wenn sie dagegen verstößt und das Kind gegen Sie einnimmt.

Sie haben zwei Möglichkeiten:
1. Wenn Sie noch Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung mit der Kindesmutter haben, können Sie in eine Erziehungsberatungsstelle oder zum Jugendamt gehen und um eine Scheidungs- und Trennungsberatung nachsuchen. Dort wird man die Kindesmutter und das Kind einbeziehen und mit Ihnen nach einer kindgerechten, einvernehmlichen Lösung suchen. Wenn das wegen der Uneinsichtigkeit der Mutter nicht funktioniert, hat dies den Vorteil, dass Sie später auf die Erfahrungen dieser Fachleute zurückgreifen können, wenn Sie die zweite Möglichkeit wählen:

2. Sie stellen einen Antrag beim Familiengericht auf Sicherstellung Ihres Rechts auf Umgang mit der Tochter. Das Gericht wird dann eine Anhörung ansetzen und alle Beteiligten (auch Fachleute aus den o.g. Stellen) hören, um dann ein Urteil zu sprechen. So wie Sie es schildern, wird man dann eine feste Umgangsregelung vorgeben, an die sich die Mutter halten muss (andernfalls Sanktionen vom Ordnungsgeld bis zum Sorgerechtsentzug möglich). Die Mutter darf auch das Kind nicht länger gegen Sie beeinflussen.

Mit freundlichem Gruß,
Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt