Hallo,,

habe ein großes Problem mit meiner 8-jährigen Tochter. Sie geht in
die 2.
Klasse Grundschule in Bayern. In der ersten Klasse brauchte sie
schon
recht lange, ihre Arbeiten zu machen, und besuchte den
Förderuntericht.
Bei einem Gespräch mit der Lehrerin stellte sich heraus, dass sie
am
Untericht nicht teilnimmt. Sie spielt, malt und träumt vor sich hin.
Bei
den Hausaufgaben ist es ebenso. Wenn man sich daneben setzt,
dann macht
sie es schnell, doch wenn sie es alleine machen soll, dann dauert
es ewig.
In der zweiten Klasse ging es kaum besser, und das
Zwischenzeugnis war
schauderhaft. Da ich mir nicht sicher war, ob meine Tochter die
Anforderungen erfüllen könnte, lies ich sie in einer
Schulberatungsstelle
testen. Mit dem Ergebnis, dass eine Förderschule nicht in Frage
kommt, da
es nicht am können liegt. Mit der Auskunft, dass meine Tochter
einfach
keine Lust hat fuhr ich dann nach Hause. Leider weiß ich wirklich
nicht,
woher ihre Abneigung und Unlust kommt, und weiß so auch nicht,
was ich tun
kann. Die Lehrerin meinte, sie müsste wahrscheinlich die 2.Klasse
wiederholen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das etwas
ändert, da
meine Tochter die Aufgaben ja lösen kann, es aber nicht macht.
Also
handelt es sich meiner Meinung nach nicht um große Lücken, da
sie doch
dann nicht in der Lage wäre, z.B. ihre Matheaufgaben zu rechnen.
Zu meiner
Situation, ich lebe seit 4 Jahren getrennt, und habe bis zum Ende
ihrer
1.Klasse Vollzeit arbeiten müssen (3.Ausbildungsjahr). Dann habe
ich
Halbzeit gearbeitet, und seit diesem Monat habe ich aufgehört zu
arbeiten.
Ich weiß einfach nicht, wie ich ihr die Unlust nehmen kann, und sie
dazu
bringen kann, ihre Sachen schneller zu machen.

Hallo, leider waren Sie offenbar in einer schlechten Schulberatungsstelle, denn sonst hätte man Ihnen auf jeden Fall wenigstens eine Vermutung gesagt, woher die Unlust bei Ihrer kleinen Tochter kommt. Ich tippe auf eine depressive Reaktion, d.h. Ihre Tochter hat eine Depression als Folge der innerfamiliären Probleme, die sie bisher nicht verarbeiten konnte. Mein Rat: Besuchen Sie diesmal Ihre ortsnahe Erziehungs- und Familienberatungsstelle und lassen Sie sich beraten, ob meine Vermutung stimmt. Dort ist man eher darauf spezialisiert, die tieferen Ursachen zu finden, als in der Schulberatungsstelle, wo man offenbar nur die allgemeine Begabung getestet hat, und sonst nichts. Vielleicht brauchen Sie eine intensivere Erziehungsberatung bzw. Familientherapie und/oder Ihre Tochter eine Kinderpsychotherapie. Dann lassen sich die Probleme sicher beheben. Das wünscht Ihnen und Ihrer Tochter Ihr Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt

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