| sehr geehrter herr Hans-Reinhard Schmidt! durch zufall habe ich ihre seite gefunden und hoffe nun das sie mir einen kleinen denk-und hilfeanstoss geben können. ich bin 31 jahre alt,mutter von zwei kindern (8 und 5) und seit fast 10 jahren verheiratet. ich lernte meinen mann mit 16 jahren kennen und er war bis zu dem zeitpunkt mein erster richtiger freund. wir heirateten und schon recht schnell stellte sich unser erstes kind ein.wir waren sehr glücklich und auch beim zweiten waren wir sehr aus dem häusschen. ich lebte völlig auf in meiner rolle als mutter und hausfrau.meine hobbys bezogen sich nur noch auf die kinder und auch mein bekanntenkreis änderte sich durch diverse krabbelgruppen usw. seit drei jahren gehe ich wieder arbeiten für 20 std die woche um mal was anderes zu sehen als nur kinder und deren mütter. ich fühlte mich glücklich.mit meinem mann lief alles bestens und wir schafften auch alles zusammen.durch seine wechselschicht konnte er die kinder immer beaufsichtigen wenn ich tagsüber arbeiten war und auch im haushalt half er.ich kann heute nicht mehr genau sagen ob ich aber mit unserem sexleben so glücklich war.in dieser hinsicht war mein mann der dominante und ich war eben für ihn da. vor zwei jahren lernte ich dann auf der arbeit einen jungen mann kennen.erst war es nur ein flirten mit den augen.durch zufall merkte ich das wir einen gemeinsamen bekannten hatten und und fragte diesen über ihn aus.das alles ohne wissen meines mannes.er hatte mir immer blind vertraut und mir auch immer freizeit ohne ende gegönnt.meine flirtbekanntschafft gab mir dann über unseren bekannten seine handynummer und das übel begann.. um es kurz zu machen,sechs wochen lang hatte ich ein verhälltnis mit ihm und ich lebte auf! auf einmal merkte ich wie toll sex sein kann!er verstand mich immer und wir konnten stundenlang miteinander reden,wir hatten viele gemeinsamkeiten .er war auch verheiratet und so kam es das wir uns immer nur in freier natur treffen konnten.er hat in dieser kurzen zeit es geschafft das sich mein selbstbewußtsein stark änderte.und seit dem achte ich stark auf mein äußeres und auf mich!nahm eine menge kilos ab und gehe heute für mein leben gerne einkaufen.....ich bin vielleicht auch etwas egoistischer dadurch geworden. mein mann kam dann ziemlich schnell dahinter das mit mir was nicht stimmte,da ich oft bis spät abends weg war,mich schick anzog wo ich doch früher nie so einen großen wert auf mein äußeres gelegt hatte. nach sechs wochen dann der knall. mein mann und ich lagen uns weinend in den armen und irgendwie konnte ich selbst nicht verstehen was ich getan hatte. die trennung von meinem geliebten tat sehr weh,aber ich wollte es für meinen mann und den kindern! und so stand ich zu meinen fehlern und stand meinen mann rede und antwort.ich beichtete ihn alles was passiert ist. wo,wann ,wie oft.... und genau das ist heute,nach zwei jahren mein großes problem! unser sexleben besteht für mich nur noch aus zwang.mein mann verlangt indirekt das ich nun genau wie damals draußen in freier natur,viel spontaner und viel ausgefallener mit ihm sex mache. wenn ich nicht einwillige sagt er nur er wäre es mir nicht wert.machen wir abends einen spaziergang dann gehe ich schon mit beklemmungen los weil ich genau weiß nach ein paar metern fängt er an zu drängeln.fahren wir mit dem motorrad bangt es mir vor jeder raucherpause.... er versteht nicht das ich das,was ich damals erlebt habe nicht einfach so auf ihn beziehen kann.ich weiß doch genau das es nur deshalb ist damit er sein seelisches gleichgewicht wieder bekommt. und noch heute ,nach zwei jahren kommt dieses thema immer wieder auf den tisch.kann ich nicht irgendwann auch mal verlangen das es einen schlußstrich geben muß? schon immer haben mein mann und ich wenn wir einen streit hatten uns briefe geschrieben.dann mußte der andere erst einmal zuhören was der partner auf dem herzen hat.das machen wir heute auch noch.seitenweise ,und immer darüber das ich nicht bereit bin sachen mit ihm zu machen die ich wärend meiner affäire aber gemacht habe. dazu kommt noch das mein mann am liebsten zweimal täglich sex haben möchte ich aber lieber einen sehr langen,schönen romantischen abend mit allem drum und dran.das aber nicht jeden tag.<(genauere angaben wie oft kann ich nicht sagen,kommt doch immer darauf an wieviel lust man hat) er meint dann ich könnte doch mal wenigstens "hand anlegen" hauptsache raus damit.(sein wortlaut) und das schlimmste:auch wenn die kinder da sind! mann kann ja die tür zumachen..... er meint immer nur abends ist zu lahm.aber wie sollen wir das machen mit den kindern? und immer dann die klamotten vom leib reißen wenn die mal raus gehen,naja,ist das eine erotische stimmung? ich liebe meinen mann. ich bin jetzt schon fast 15 jahre mit ihm zusammen! irgendwie kann ich mir ein leben ohne ihn nicht vorstellen. aber immer nur diesen druck zu spüren,diesen zugzwang was machen zu müssen,halt ich nicht mehr lange aus. ansonsten verstehen wir uns super! auch wenn man es sich fast nicht vorstellen kann. lohnt es sich das ich weiterhin hoffnung habe ,irgendwann wird es mal besser? habe ich ein recht darauf auch nein zu sagen und eben genau diese dinge die er von mir wünscht nicht zu tun auch wenn ich sie mit meinem geliebten damals gemacht habe?darf ich das? vor einer trennung habe ich angst.auch den kindern zuliebe habe ich die ganze zeit den gedanken wieder verworfen. ich weiß bald nicht mehr was ich noch machen kann..... gruß S. |
Liebe S.,
vielen Dank für Ihren Brief! Ich glaube, Sie fühlen sich seit
Ihrer außerehelichen Liebesaffäre in der Beziehung zu Ihrem
Mann schuldig und in Ihrem Selbstwertgefühl ihm gegenüber
geschwächt, so dass Sie nicht wissen, ob Sie sich gegen seine
sexuellen Wünsche behaupten dürfen oder nicht. Er seinerseits
scheint Ihre diesbezügliche "Schwäche" sexuell
auszukosten. Sie haben ja einen "Fehler" gemacht und
müssen ihm nun widerspruchslos zu Willen sein, scheint er zu
denken. Er glaubt, nun hat er Sie in der Hand! Vielleicht glaubt
er aber auch, er müsse es Ihnen nun sexuell ganz toll
"bringen", damit Sie nicht wieder fremd gehen.
Sie haben Ihre Affäre jedenfalls ihm zu Liebe beendet. Sie haben ihm die Wahrheit gesagt und sind fair mit ihm umgegangen. Sie hätten ihn ja auch verlassen können, aber das haben Sie eben nicht getan. Sie müssen also gar keine weiteren Schuldgefühle mehr haben. Natürlich muss unter Ihre Affäre ein endgültiger Schlussstrich gezogen sein. Sie haben ja gar nichts wirklich Schlimmes getan. Bitten Sie ihn darum, endgültig die Sache zu vergessen und nicht mehr darauf zurück zu kommen. Sie dürfen und sollten jederzeit die sexuelle Beziehung zu Ihrem Mann mitbestimmen und ihn abwimmeln, wenn es Ihnen so gefällt. Sie müssen wirklich nicht den Rest Ihres Lebens nach seiner Sex-Pfeife tanzen!
Also seien Sie
weiter ehrlich zu sich selbst und Ihrem Mann: Sagen Sie ihm, was
ihnen wann gefällt und was wann nicht. Er kann nicht über Sie
verfügen. Als selbstbewusste Frau verfügen Sie selbst über
sich!
Das findet wichtig Ihr
Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt