Hallo Herr Schmid! Bin durch Zufall auf Ihre Seite gelangt und bin froh sie gefunden zu haben!  Vielleicht können auch Sie mir-uns helfen! Ich bin seid 3 Jahre geschieden es ging leider nicht mehr. Waren 10 Jahre glücklich verheiratet, bis ich an dem Ort nicht mehr wohnen wollte und näher am meine alte Heimat zog. Wir haben 2 Kinder 13 und 8. Die 13 jährige macht keine Schwierigkeiten bis auf kl. pupertäre Dinge. Jedoch mein 8jähriger Sohn. Nicht das er ungezogen ist , nein alle 14 tage ist er bei seinem Vater und dessen Freundin die ihm ein herrliches Wochenende mit dem feinsten verwöhnen. Beide sind berufstätig und haben eine kl. Wohnung, und keinen Sorgen. Also viel Zeit sich dem Jungen zu widmen! Es ist soweit das er dort hinziehen will!!! Er muß unheimlich umworben werden die Wochenenden. Jedoch auf unmögliche Art , so darf er z.B. in den Sommerferien kommen und bekommt einen Haustürschlüssel , da ja beide arbeiten, er darf lange auf bleiben und bei Feiern mitten dabei sein. Meiner Tochter ist das Rauchen von ihm erlaubt worden! Es wäre zuviel um alles negative aufzulisten. Er hat keinen Gleichaltrigen dort zum Spielen. Ist er länger dort ist das Kind umzuerziehen. Er ist ein kluger Junge  er hat aber starke Schulprobleme weil er sich zuviel mit den Wochenenden beschäftigt. Meine Tochter ist das ganze Gegenteil sie will kaum zu ihm! Ich fühle mich schon abgeschoben und warte auf den Tag wo er mir meinen Sohn wegnimmt! Ich bin wieder verheiratet ,die Kinder mögen meinen Mann sehr und wir sind sorgenlos , bis auf unseren Jungen! Vielleicht gibt es ratschläge von Ihnenß Ich wäre froh um jede kl. Antwort. Vielen Dank MfG U

Hallo U.,
vielen Dank für Ihren Brief! Was Sie erzählen, erleben sehr viele geschiedene Mütter so ähnlich. Zunächst sollten Sie aber bedenken, wie wichtig es für Ihren Sohn ist, so einen guten Kontakt zu seinem Vater zu haben. Dass er dort am Wochenende immer nur die Schokoladenseite des Lebens erlebt, ist ihm natürlich nicht klar zu machen, das muss man auch nicht. Sie sollten sich auch nicht weiter in die Gestaltung der Wochenenden beim Vater einmischen, das würde Ihrem Sohn nur Konflikte schaffen. Dass Ihnen der Vater aber Ihren Sohn "wegnehmen" wird, dürfen Sie bitte so nicht sehen. Es ist ja nicht nur Ihr Sohn, er hat Vater UND Mutter, er gehört, wenn Sie so wollen, beiden zu gleichem Anteil. Ich würde mich deshalb darüber nicht erschrecken, dass er zum Vater ziehen will. Sie sollten darauf mit beiden Gefühlen reagieren, die Sie dabei wohl empfinden: Schade, ich hab dich ja lieb und will dich lieber bei mir haben; Schön, dass du deinen Vater auch so lieb hast, und wenn du später mal zu ihm ziehen kannst und willst, helfe ich dir dabei. Meist klappt dies ja doch nicht, dass die Kinder zum Vater ziehen, mit 8 Jahren wäre Ihr Sohn auch noch zu klein. Aber ich kenne viele geschiedene Familien, in denen die Kinder so mit 12 aufwärts einvernehmlich zum Vater zogen. Die meisten sind früher oder später etwas desillusioniert, aber um viele Erfahrungen reicher, wieder zur Mutter zurückgekommen, einige aber beim Vater geblieben.
Nehmen Sie alles bitte gelassen! Ihr Sohn wird immer Ihr Sohn bleiben, ein ganzes Leben lang, egal, welche Wege und Irrwege es manchmal geben mag.
Alles Gute weiterhin wünscht Ihnen und Ihrer Familie
Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt