| Ich (34),verheiratet, 2 Kinder(3 Jahre und 5 Monate),nur noch Hausfrau und Mutter,versuche es kurz zu machen. Weiß einfach nicht,wo ich anfangen bzw. enden will und erhoffe mir auf diese Weise Hilfe!!! Alles begann vor 6 Jahren,ich stellte fest,daß mein Mann eine Andere hatte.Gott sei Dank versteckte er sich nicht hinter Lügen und gab mir auf meine Fragen hoffentlich ehrliche Antworten.Er gab an,daß es nur eine kumpelhafte Beziehung wäre , sie sei eben nur eine Frau.Ich glaubte ihm und redete mit dieser Frau und irgendwie schaffte ich es mit diesem Zustand zu leben(er verschwand am Wochenende,ging Essen....).Eines Tages jedoch gestand er mir,daß er sich in diese Frau verliebt habe ;es hat sich eben so ergeben,waren seine Worte!! Ich wollte ihn nicht verlieren und kämpfte (verlor Gewicht,änderte meine Hobbys und lebte als seine Ehefrau neben den beiden her) Doch irgendwann riß mir die Geduld und ich stellte ihm ein Ultimatum; es dauerte zwar längere Zeit ,aber er blieb bei mir. Ich war froh, doch fortan kontrollierte ich alle seine Schritte,ich mißtraute ihm.Diese Zeit war genauso schwer,da ich auf viele Fragen bis heute keine Antwort gefunden habe. Aber, wie heißt es so schön "die Zeit heilt alle Wunden" und so geschah es. Nach knapp 1 1/2 Jahren waren wir eine richtige kleine Familie, leider verfolgte uns hier das Pech,unser Sohn litt an Koliken,er schrie fast Tag+Nacht,es war schrecklich;wir standen diese Zeit ein wenig zusammen durch; aber immer mehr entfernte er sich von uns.Er suchte Ruhe,ich stand jede Nacht bis zu 12 mal auf, drehte fast durch -fühlte mich allein.Dann endlich,unser Sohn wurde 1 Jahr alt,die Nächte wurden etwas angenehmer,ich sah noch immer wie "ausgekotzt "aus,aber es machte mir Spaß zu sehen wie der kleine Mann sich entwickelte. Da blieb meine Regel aus ,ich war schwanger,hätte mich am liebsten die Kellertreppe hinuntergestürzt,nicht schon wieder die gleiche "SCH...." Ich tat es nicht,die Schwangerschaft verlief gut, anonym würde ich sagen,meistens kümmerte ich mich um den "Bauch",wenn ich erledigt im Bett lag und ein wenig Ruhe hatte! Gott sei Dank ist dieses Kind anders . Sie schläft zwar auch nicht durch, ist aber "ruhiger"! Doch das Verhältnis zu meinen Mann hat sich fatal geändert. Zitate:"Unsere Beziehung ist tot""Es läuft nichts mehr""Du bist den ganzen Tag zu Hause und unserer Kinder sind nicht erzogen;sie streiten,schreien und lärmen nur herum""Arbeiten gehen ist für mich Urlaub".... Er hat ja recht,sie sind wirklich anstrengend und ich bin auch nicht mehr dieselbe Frau wie vor 3 Jahren (Hausfrau+Mutter sein ist ein Knochenjob!) Wir als Paar tun kaum etwas gemeinsam,ich soll die Kinder ruhig bekommen,das ist MEIN Problem und ein anderes Gesicht aufsetzen,dann würde alles besser: Pustekuchen; jetzt auch noch das,schon wieder eine kumpelhafte Beziehung zu einer Frau!!!! Seit Wochen diskutieren wir nun! Ich habe auch wieder mit ihr geredet,ihr Mann ist nun auch mißtrauisch und meiner behauptet stocksteif;da ist nichts oder ob ich glauben würde,daß er von einer Sch.... in die nächste gehen würde, sie hat nämlich auch 2 Kinder. Sie wäre auch schließlich nicht das PROBLEM! Ich weiß einfach nicht weiter, zu einer Beratung will er nicht!! Ich möchte ihn auch nicht verlieren, aber so weiterleben kann ich auch nicht; alles was vor langer Zeit war, ist nun wieder Gegenwart. Bitte helfen sie mir!!!! DANKE Die Ratsuchende |
Liebe Ratsuchende,
eine Eheberatung wäre für Sie beide sicher angezeigt. Aber wenn
Ihr Mann sich weigert, mit Ihnen gemeinsam so etwas zu wagen,
dann sollten Sie es alleine tun. Sie sollten nach einer Ehe- und
Lebensberatungsstelle suchen und sich dort fachkundig beraten
lassen, vielleicht auch in einer Gruppe. Ich finde, Sie sollten
in einer psychotherapeutischen Lebensberatung einmal in Ruhe
alles mit einem Aussenstehenden durchsprechen, damit Sie wieder
Boden unter die Füße bekommen und Orientierung finden. Ich habe
den Eindruck, als täte es Ihnen gut, wenn Sie dabei einmal Ihre
eigene Position im Leben und in Ihrer Ehe gründlich bedenken und
hinterfragen. Ihre Schilderung wirkt auf mich so, als wären Sie
eine sehr brave, opferbereite und eher anspruchslose Frau, die
lieber bescheiden und unglücklich bleibt, sich viel gefallen
lässt, anstatt zu wissen, was sie will und ihr Glück
einzufordern. Warum sind Sie so geworden? Ihr Leben, so wie Sie
es schildern, wirkt so freudlos und belastend. Wo sind die
glücklichen Stunden für Sie? Wo finden Sie Erfüllung, Erholung
und Anerkennung?
Sprechen Sie noch heute mit Ihrem Mann bei einem Gläschen Wein
oder so, und laden Sie ihn zu einer "Zwischenbillanz"
ein. Ich meine damit, dass Sie ihn zu einer Aussprache über Ihre
Ehe einladen sollen, wobei Sie gemeinsam überlegen sollten, wie
es besser weitergehen soll. Dies darf aber kein Streit
werden, es soll nicht darum gehen, sich Vorwürfe zu machen. Das
ist wichtig! Kein Streit, keine Vorwürfe, sondern nur
die Frage, was können wir beide tun, damit es besser wird mit
unserer Beziehung. Machen Sie Ihrem Mann dabei Mut, ganz offen zu
sagen, was er sich dafür wünscht. Und sagen Sie ihm behutsam
und freundlich, was Sie sich von ihm wünschen.
Alles Gute,
Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt