Hallo Herr Schmidt   Ich bin 37, meine Ex-Verlobte( 24). Haben gemeinsam eine kleine süße Tochter (16 Monate)
Wir trennten uns nach 6 Jahren offiziell im letzten Jahr.
  Um vieles begreiflich zu machen, müßte ich sehr weit ausholen - hier jedoch die versuchte Kurzfassung..   Der damalige Trennungsgrund lautete - keine Gefühle mehr ihrerseits - >>>
Heute sehen wir es natürlich anders, obwohl wir immer noch nicht in der Lage sind über die Gründe der
Trennung zu sprechen.
  Wir haben gemeinsam - viele Krisen gemeistert- sei es der anfangs von der Verwandschaft abgelehnte
Altersunterschied,  Neid auf unser Glück etc .
Die gemeinsamen Vorstellungen von Werten im Leben, sowie auch gemeinsame Interessen
liessen uns spüren, dass wir irgendwie seelenverwandt waren.
  Zukünftige Heiratspläne und die gemeinsam erlebte Geburt unserer Tochter - ( Wunschkind ) das Glück
schien - zu perfekt zu sein.
  Die Schwierigkeiten begannen, nachdem wir letzten Jahres, um unserer Kleinen ein perfektes
Umfeld geben zu wollen, wir aus unserer eigenen Wohnung in das Haus der hälftigen Stief/
Schwiegereltern umgezogen sind. Ich hatte damals schon ein mieses Gefühl dabei.
  Wir beide wissen jetzt auch, das dies ein gravierender Fehler war.
Hinzu kam dass ich aufgrund einer Sportverletzung 6 Monate lang nicht laufen konnte, also auf
fremde Hilfe angewiesen war. Dh. Umzug auf Krücken, Geld verdienen - hat nie gereicht,
(selbstständig im IT-Bereich) und anfangs während der Ausbauphase in neuem Umfeld, welches
mich ständig abgelehnt hat, Fuss zu fassen .........
  Nach anfänglichen Schwierigkeiten im Zusammenleben mit den neuen " Fast-Schwiegereltern "
veränderte sich auch unser Alltag. Ich kam von der Arbeit nach Hause und fühlte mich leider nicht daheim,
keine abgetrennte eigene Wohnung, ständiges Reinreden von anderer Seite etc.
  Nachdem wir, um dem Alltagstrott zu entkommen, eine erste Partie mit Freunden gefeiert hatten,
wurde ich damit konfrontiert, dass mir meine Ex-Partnerin erzählte, sie habe sich neu verliebt -
und ich solle doch einfach mal ausziehen. Habe ich nach einem wirklich unschönem
psychologischem Schlagabtausch- dann auch getan. ( Danach war das Vertrauen von beiden seiten gleich null
und es schlug teilweise in Hass, und Ablehnung um )
  Gespräche unsererseit, welche wir trotzden führen wollten, wurden von der SM massiv verhindert. ( heute sage ich zum Glück, da wir es nicht konnten )
Sie beeinflußt Ihre Tochter dergestalt, dass Sie sogar mit Ihr in eine Partnervermittlung ging und dort einen neuen
Lebenspartner und Vater für unser Kind bestellte ( Dies nach 3 Wochen - Trennung )
  Zur Anmerkung:
Massive Manipulationen der damaligen SM auf Ihre Tochter - verfehlten bisher nie Ihre Wirkung. PAS seit
8 Jahren- selbst tragisches Scheidungskind und keine Bindung zum Vater. Ich habe meine Ex-Verlobte, als wir
uns kennenlernten in einer schlimmen und zerrütteten,depressiven Phase kennengelernt und wieder aufgebaut .
Das Thema Vater - war eines der bedrohlichen Themen und blieb nach einigen vorsichtigen Versuchen meinerseits
bis heute Tabu.
  Nach über 9 Monaten Trennung haben wir - innerhalb des Umganges mit der Kleinen jede Woche - irgendwie Kontakt.
Dafür habe ich mit Hilfe von Gesprächen und dem Jugendamt sehr gekämpft. Mittlerweile befürchte ich aber, dass
meine Bemühungen ein guter Vater zu sein, von meiner EX auch in das Gegenteil ausgelegt werden können.
Sie weiß, dass ich unsere Tochter über alles Liebe und dies wird dazu benutzt mich zu steuern und zu beherrschen .
  Die Initatitve dazu erhält Sie natürlich von wem .??? .. ist eigentlich leicht zu erraten.   Mittlerweile bringt meine Ex-Partnerin die Kleine in Begleitung Ihres neuen Partners zu mir.
Als mein Nachfolger wird er auch demnächst in unsere ehemalige Wohnung einziehen.
Ich bin mir jedoch sicher, dies geht nicht unbedingt lange gut.
  Zudem kommt noch hinzu, dass die SM versucht die Tochter dazu zu benutzen, gerichtliche Druckmittel einzusetzen,
ist ja nicht schwer - Anwalt für Familienrecht ist ja als Stiefvater meiner EX vorhanden.
  Ich habe bisher immer versucht dem Druck der auf mich ausgeübt wird nicht mit Druck entgegenzuhalten, sondern
umzuleiten bzw. nachzugeben, damit keine zusätzlichen Reibungsflächen entstehen.
  Nun - ich leider immer noch sehr unter der Trennung ( anfangs war es echt die Hölle ) und es tut auch immer noch sehr weh
jedoch versuche mich nach vorn zu orientieren und stelle mir immer wieder die Frage.
  Wie oder - Ob ?? Haben wir irgendwann als junge Familie wieder eine Chance ?

Hallo,
na, nach viel Zukunft für eine Wiederbelebung Ihrer früheren Familie klingt Ihre Darstellung aus meiner Sicht nicht! Dazu müsste sich Ihre Expartnerin ja viel mehr von ihrer Mutter abgrenzen und verselbständigen. Aber da scheint sie ja bisher kaum Fortschritte gemacht zu haben. Natürlich weiß man es nie, was die Zukunft bringt. Aber ich schätze, dass Sie da schon einen recht langen Atem haben müssten. Erst müsste die jetzige Beziehung Ihrer Expartnerin schief gehen, und danach müsste sie dann verstehen lernen, was ihr Problem mit ihrer Mutter ist, um sich dann endlich von ihr abzunabeln und frei zu schwimmen. Aber so etwas kann dauern...
Inzwischen sollten Sie sich weiter auf Ihre Vaterrolle bei Ihrer Tochter konzentrieren. Da haben Sie sich ja bisher sehr wacker und lobenswert geschlagen. Das wird Ihnen Ihre Tochter sicher einmal sehr danken. Und während Sie ein guter Vater bleiben, warten Sie ganz geduldig mal ab, wie sich Ihre Expartnerin entwickelt. Wenn Sie nicht doch einen endgültigen Schlussstrich unter diese Beziehung ziehen und sich neu und glücklicher orientieren wollen...

Gibt zu bedenken
Dipl.-Psych. Hans-Reuinhard Schmidt