Wehrter Dr. Schmidt;

bei der Suche im Internet stieß ich auf diese Seite. Da ich selbst keine Lösung finde; noch einen Psychologen oder eine Psychologin in unserer Nähe; dachte ich mir, das ich mich an Sie wende, in der Hoffnung das Sie vielleicht weiter helfen könnten.   Ich habe 2 Anliegen meine 2 Kinder betreffend.   Mein Sohn wird bald 17 und nässt noch immer ein; teilweise kodet er auch ein. Egal; bei welchem Arzt ich war, konnte organisch und auch sonst nichts festgestellt werden. In erster Linie hat er eben das Problem des Bettnässens. Obwohl es zu Hause für ihn keinen unnötigen stress gibt und auch sonst eher die Situation bei uns harmonisch ist, nässt er regelmäßig ein. Zureden; Gespräche in aller Ruhe mit Ihm; selbst Schimpfen hilft nicht. Auf die Frage, warum er denn einnässe, bekommen wir keine Antwort. Er schweigt sich einfach aus. Dies geht nun schon seid seiner Geburt und ein Ende ist einfach nicht in Sicht. Allem Anschein nach ekelt es ihm nicht vor seinen Exkrementen. Selbst der Hinweis das Niemand ihn zum Freund würde haben wollen, unter der Artigen Umständen; stoßen nur auf taube Ohren. Ich bin einfach nur Rat - und Machtlos.  

Meine Tochter besucht in diesem Jahr die 2. Klasse, wobei sie bereits in der 1. Klasse einige Schwierigkeiten hatte. Allem Anschein nach kann sie sich Ihre Hausübungen nicht merken, oder will sie sich nicht merken. Der Eindruck ist eher unterschiedlich. Teilweise macht sie die geforderten Aufgaben, aber eben auch oftmals gar nicht. Durch unseren ehemaligen Psychologen und Therapeuten wissen wir, das die Kleine  Beziehungs - und Bindungslos ist. Da wir nun nicht mehr in Deutschland leben, durch die Versetzung meines Mannes, konnten wir keinen geeigneten Arzt in der Nähe für die Kleine finden. Ich habe halt nur den Hinweis des damaligen Kinderpsychologen, welcher mir riet, mich auf meinen Instinkt und mein Fingerspitzengefühl zu verlassen. Bevor die Kleine zu uns kam lebte sie fast 3 Jahre bei einer Pflegefamilie, welche nach Ansicht des Psychologen nicht geeignet war. Seit ca. einem Jahr und 4 Monaten ist sie nun bei uns. Mit der Zeit spricht sie auch wesentlich mehr; singt und malt gern, oder bastelt. Dennoch gibt es Probleme im täglichen Umgang miteinander bzw. im Verstehen. So verletzt sie sich selbst, wenn ihr etwas nicht gelingt (((schlägt sich mit der Haarbürste auf den Kopf usw.). Gute Noten legt sie nicht zur Unterschrift vor; versteckt Hefte und Bücher; macht nur ihre Hausübungen wann sie mag, oder was sie sich gerade noch behalten hat. Trotz sichtlicher Fortschritte beim Essen und Kleiden; gelingt es uns nicht so recht in ihre kleine Welt vorzudringen. Selbst manchem Ansporn den wir ihr bieten, ist das Ergebnis eher mangelhaft. So neigt sie auch zu Zerstörungen;. Als sie bei der Freundin war, diese jedoch nur eine Stunde für sie Zeit hatte, weil sie sich mit einer anderen Freundin verabredet hatte und die kleine sich zuvor mit ihr nicht abgesprochen hatte; versteckte sie die Schulsachen der Freundin und zerriß und bemalte deren Hefte. Darauf verbot die Mutter der Freundin den Umgang mit unserer Kleinen. Obwohl sie von Ihrem Taschengeld die Hefte ersetzte, darf sie nicht mehr zu besagter Freundin. Es störte unsere Kleine nicht, das sie ihr Taschengeld nun weggeben mußte. Sie sagte nur:"Das macht ja nichts." Ebenso; scheint sie kein Stubenarrest zu stören, da sie sich dann ins Bett legt und schläft, oder eben malt, oder bastelt; oder aber auch Musik hört. Und jedes Mal bekommen wir die Antwort das es ja nichts macht. Leider schlagen auch Belohnungen nicht an. So kauften wir Ihr eine Figur die sie vom Zeichentrickfilm sehr mag (Spong Bob Schwammkopft). Diese sollte sie bekommen, wenn sie ihre Hausübung ordentlich, also vollständig und sauber, erledigt hätte. Was sie bis dato nicht tat. So könnte ich einige Beispiele anführen, wobei dann die Mail sicher ein Buch füllen würde.   Was sicher eine Belastung ist, ist der Umstand das sie zwar unseren gemeinsamen Namen trägt, jedoch die Adoption noch immer nicht erfolgt ist. Das wiederum liegt an den Behörden und dem leiblichen Vater (welchen sie jedoch nie kennen gelernt hat).   Ich hoffe Sie können uns nun ein wenig weiter helfen, da uns so nach und nach die Ideen ausgehen.   Mit frdl. Gruß Familie E..

Liebe Familie E.,
Ihre beiden Kinder scheinen recht stark verhaltensgestört bzw. persönlichkeitsgestört zu sein. Leider weiß ich über die Vorgeschichte besonders Ihres Sohnes fast nichts. Auch sonst erfahre ich nichts über Ihre Familie. Die Tochter scheint nicht Ihr leibliches Kind zu sein, oder doch? Sind Sie in erster Ehe geschieden? Ich kann eigentlich nur Fragen stellen und kaum Antworten geben, weil ich viel ausführlichere Informationen bräuchte. Ich mache Sie aber gern auf meine (kostenpflichtige) E-Mail-Beratung PEM aufmerksam, die Sie auf meiner website finden. Dort hätten Sie die Gelegenheit, viel ausführlicher zu schreiben und viel ausführlichere Beratung zu bekommen. So kann ich nur sagen, dass beide Kinder Psychotherapie brauchen, wobei man es für den Sohn wahrscheinlich im Rahmen einer Familientherapie machen müsste, weil er alleine wohl nicht motiviert genug zu sein scheint, eine Jugendlichenpsychotherapie zu wagen. Bei der Tochter käme eine Spieltherapie, eingebettet in Elternberatung, in Betracht.

Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt