| hallo,ich habe eine 3
jahre alte tochter,die bei meiner ex-frau lebt. vor einem halben jahr hat meine kleine über mehrere wochen hinweg über "bisiweh" geklagt.meine ex-frau ist laut ihren angaben auch zum arzt,der hat aber nix festgestellt.nach erneuten klagen bin ich selbst mit meiner tochter in die kinderklinik gefahren,weil sie gesagt hat ,der neue lebensgefährte meiner ex langt sie am bisi an.die körperliche untersuchung meiner tochter hat keine verletzungen im intimbereich ergeben,was aber laut arzt mißbrauch nicht ausschließt.aus angst das mir meine ex den umgang mit der kleinen vermiest, wenn ich sie über meinen verdacht informiere,habe ich nichts zu ihr gesagt,aber weiter beobachtet.meine tochter hat seit dem klinikgang kein bisiweh mehr gehabt. danach hat meine tochter aber angefangen ständig über bauchweh zu klagen und relativ regelmäßig zu erbrechen,wobei nicht immer magenihnhalt dabei war.es ist aber kein normales erbrechen,sondern eher ein "furchtbares pumpen",das regelmäßig morgens um 6 uhr auftritt,egal ob sie zuhause,bei oma oder mir übernacht ist.da keine besserung auftrat,habe ich meine ex angesprochen,ob sie deswegen beim arzt war.sie antwortete:"der arzt hat nix gefunden,ich weis nicht was das kind so rumspinnt." meine tochter hat mir auch erzählt, das sie mama haut wenn sie einnäßt.sie hat nachts auch alpträume,bei denen sie schreit und weinent aufwacht. jetzt hab ich ein halbes jahr nur zugeschaut.letztes wochenende hat meine tochter wieder erzählt das sie befummelt wird. daraufhin habe ich das jugendamt informiert,aber auch betont das ich keinen sorgerechtsstreit will,sondern nur abklären möchte was mit meinen kind los ist. der sachbearbeiter vom jugendamt,informierte mich gestern über mein recht.er hat auch meine ex-frau kontaktiert(zum ersten mal). ich habe heute mein recht ,mich beim hausarzt meiner tochter zu informieren, genützt.dort habe ich meine ex-frau (alleine) getroffen,sie war vor mir im sprechzimmer.als ich dann drankam war die ärztin sehr "komisch",unfreundlich,gab mir so gut wie keine auskunft und versuchte mich so schnell wie möglich abzuwimmeln.sie sagte aber das sie heute bei meiner tochter einen scheidenpilz diagnostiziert hat und meine ex-frau gesagt hat ,das es sich um einen sorgerechtsstreit handelt. wie kann die ärztin etwas diagnostizieren,wenn mein kind gar nicht dabei ist? meine frage an sie ist,bilde ich mir nur ein das mein kind dringend hilfe braucht?ist meine sorge wegen mißbrauch berechtigt? außerdem habe ich angst das meine ex-frau irgendwas schräges abzieht,mich wegen irgendetwas beschuldigt,was ich nicht getan habe,um mir den umgang mit meiner tochter zu verbieten.wenn sie das schafft,ist meine tochter allein und hilflos mit dem problem was sie Quält. ich habe das gefühl das man mir nicht glaubt. danke im vorraus an sie. |
Hallo,
vielen Dank für Ihren Brief, den ich vorgezogen habe, weil es
mir sehr eilig erscheint.
Ich würde an Ihrer Stelle den Missbrauchsverdacht sehr ernst
nehmen und nicht länger weggucken. Sie sollten als Erstes Ihre
Exfrau in irgendeiner Weise (mündlich oder schriftlich) ganz
deutlich über Ihre Sorge informieren und sie dringend bitten,
dem Verdacht ernsthaft nachzugehen, indem sie ihren
Lebensgefährten daraufhin anspricht. Sie muss auch mit der
Tochter einfühlsam sprechen, denn warum erzählt das Kind seiner
Mutter nicht auch das, was sie ihrem Vater erzählt? Hat sie zur
Mutter kein Vertrauen? Wenn das stimmt, umso schlimmer für Ihre
kleine Tochter. Wenn Ihre Exfrau die Sache aber einigermaßen
ernst nimmt und ihren Lebensgefährten anspricht, ist die
Wahrscheinlichkeit groß, dass der (vermutete) Missbrauch erst
einmal aufhört. Der Lebensgefährte weiss ja dann im
Zweifelsfall, dass er beobachtet wird und was auf dem Spiel
steht. Wenn aber alle Stricke reissen, sprich: wenn die
Kindesmutter Ihre Sorge nicht ernst nimmt, müssen Sie schärfere
Mittel einlegen und erst einmal mit einer Anzeige drohen und
schließlich auch Anzeige erstatten (informieren Sie davon dann
auch das Jugendamt), wenn Sie anders nichts erreichen. Bei fast
allen Kriminalpolizeien gibt es qualifizierte Fachleute für
Kindesmissbrauchs-Verdachtsfälle, die einfühlsam und
spielerisch mit kleinen Kindern sprechen können, um einen
Verdacht zu erhärten oder nicht.
Wenn Ihr Verdacht begründet ist, ist Eile angesagt. Der
Missbrauch muss dann sofort gestoppt werden, wenn nicht mit
friedlichen Mitteln, dann eben mit dem Staatsanwalt. Bleiben Sie
unbedingt am Ball, Ihrer kleinen Tochter zuliebe!
Alles Gute wünscht
Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt