Hallo! Meine Tochter ist 5.Jahre,ich trennte mich von ihrem Vater als sie 1 1/2 war.Dann habe ich geheiratet und sie liebt meinen Mann von anfang an wie einen Vater.Den biologischen,siehts sie als einen Jungen und sagt auch nicht Papa zu ihm.Nach ihrer Meinung ist er nur ein Blödmann.Er hatte nie Interesse an unserer Tochter,für den leiblichen war sie immer nur das "schei....Blag".Als Baby wollte er sie immer wieder aus dem Fenster schmeissen,wo er im Vollrausch war.Nach der Trennung,da ich ihn raus geworfen habe,hat er sich von uns abgekapselt.Sein Single Leben war ihm immer wichtiger,als eine Familie.Jetzt wo es für ihn nicht so einfach ist,mit anzusehen,dass unser Kind einen anderen Mann als Pappi sieht,ist das alles nicht so einfach.Er hat meinen Mann verprügelt,er droht uns,belästigt uns,handelt gegen meine Erziehung. Jetzt hat ihm,trotz allen kriminelen Handlungen,das Umgangsrecht erteilt.Der Richter meinte ,dass das Kind absolut keine eigene Meinung äussern darf,und hätte auch keine Rechte.Also ich muss weiter die Gewalt und Agressivität erdulden,und keiner will da für das Kind sprechen.Ich bin ja kein wichtiger Zeuge,sogar die Gutachten von der Psychiaterin und vom Kindergarten waren dem Richter unwichtig.Der Richter war ein Kinderhasser,sogar wenn das Kind kran ist soll ich es dem biologischem Vater aushändigen,sowas ist unfassbar. Wenn mein Kind tot in der Gosse liegt,oder er mit voler Absicht dem KInd was antut,dann kommt der Richter wieder zu Wort,dann ist aber alles zu spät. Bitte helfen sie mir,was soll ich jetzt machen. habe ich überhaupt Chancen? Muss mein Kind erst tot sein,damit ich was erreiche?  

Hallo,
vielen Dank für Ihren Brief! Für Sie gilt im Prinzip das Gleiche, was ich in der vorigen Beratung gesagt habe: Scheidungskinder brauchen möglichst viel Einvernehmen zwischen Vater und Mutter, auch (oder gerade) wenn diese geschieden sind. Für Sie ist es aber schwierig, in diese Richtung gemeinsam mit dem Kindesvater zu gehen. Sie sind ja offenbar seit langem mit ihm (und er mit Ihnen) im Psychokrieg. Das ist sehr schlimm für Ihre Tochter. Damit sollten Sie nun andlich ein für alle Mal aufhören. Begraben Sie das Kriegsbeil. Gehen Sie auf den Kindesvater zu und bitten Sie ihn, seinen Kontakt zur gemeinsamen Tochter zu pflegen und wahrzunehmen. Sagen Sie ihm, dass es Ihr gemeinsames Kind ist und immer bleiben wird, und dass das Kind seinen Vater braucht. Und deshalb sollte man in Bezug auf das Kind nun endlich, wie gesagt, das Kriegsbeil begraben. Sie sollten trennen lernen zwischen Ihrem Exmann und dem Vater iIhres Kindes. Auch wenn er vielleicht unter den ungünstigen Eheumständen bisher kein besonders guter Vater hat sein können: Unterstützen Sie ihn ab sofort im Interesse Ihrer Tochter, damit er endlich einer wird! Und wenn Ihre Tochter den Vater einen Blödmann nennt, dann verbieten Sie ihr das freundlich und sagen, auch wenn Erwachsene mal Fehler machen, sind sie dennoch keine Blödmänner, und schon gar nicht der eigene Vater. Immerhin haben Sie den Mann ja mal so geliebt, dass ein gemeinsames Kind geboren wurde.

Dipl.-Psych. H.-R. Vater