| Hallo, ich (Henning, m23J) kenne jetzt seit einiger Zeit ein echt liebes Mädchen (Hannah, 24J). Wir haben uns vor etwas über einem halben Jahr beim tanzen kennen gelernt. Wir waren beide damals noch in einer festen Beziehung drin. Ich hatte eine Beziehung, die schon seit 4 Jahren lief. Ich habe zu dem Zeitpunkt seit drei Jahren mit meiner damaligen Freundin zusammen in einer Wohnung gelebt. Anfangs hatte ich mit ihr eine sehr schöne Zeit. So ungefähr zwei Jahre lang. Seit dem Zeitpunkt ging es mit ihr jedenfalls nur noch bergab. Sie hat Jahr für Jahr immer wieder Stress gemacht, dass sie ausziehen will, dass sie so nicht mehr weiterleben kann, bis sie es dann auch endgültig gemacht hat. Mich hat dieser ganze Terror extrem fertig gemacht, weil ich sie sehr geliebt habe und sehr an ihr gehangen hab. Ich war immer für sie da, wenn sie mich brauchte, aber sie wollte es nicht mehr. Und dann habe ich, nach dem sie ausgezogen ist, meine Tanzpartnerin, die ich damals, noch bevor sie ausgezogen ist, näher kennen gelernt. Anfangs wollte ich sie auch nur einfach kennen lernen, weil es mir gut getan hat, einfach mit Frauen zu reden und was zu unternehmen. Doch ich hab sie dann ziemlich lieb gewonnen. Das ist dann immer und immer weiter gegangen, so weit, dass wir dann jeden Tag etwas unternommen haben und uns schon jeden Tag gesehen haben. Letzendlich sind wir dann auch im Bett gelandet. Ich konnte das in dem Moment erst mal gar nicht glauben, weil ich damit nicht gerechnet hatte. Jedenfalls war es echt schön. Nur hat sie die ganze Zeit gesagt: "Das ist doof was wir hier machen. Dann sind wir keine Freunde mehr". Ununterbrochen. Das lief dann so weiter, dass wir dann auch ein paar Monate schon quasi zusammen waren. Wir haben jeden Tag in einem Bett übernachtet, haben jeden Tag miteinander verbracht. Und immer war ein bisschen "fummeln" erlaubt aber irgendwann hiess es dann immer wieder "Das ist nicht gut was wir hier machen. Dann sind wir keine Freunde mehr". Ich hatte mich dann schon so ziemlich damit abgefunden, dass es mit ihr eh nichts mehr wird. Sie hat immer gesagt, sie will nicht mit mir zusammen sein. Jeden Tag hat sie mir das gesagt. Wenn ich ihre Hand genommen habe, hat sie sie weggezogen. Und irgendwann ganz plötzlich hat sie mir dann gesagt, dass sie mich liebt. Dass sie mit mir zusammen sein will. Ich hatte mich zu diesem Zeitpunkt schon damit abgefunden, dass sie nie mit mir zusammen sein wird und hab ihr deshalb gesagt, dass ich es nicht mehr will. Warum ich das gesagt habe, weiss ich selbst nicht. Ich wünsche ich hätte es anders gemacht. Und dann hat sie angefangen, um mich zu kämpfen. Sie wollte mehr denn je in meiner Nähe sein sie wollte immer in meiner Nähe sein. Und ich wollte es auch. Nur hatte ich irgendwie auch Angst, mich wieder voll auf eine Beziehung einzulassen, weil ich in meiner vorigen andauernd immer und immer wieder enttäuscht worden bin. Ich hab mich dann irgendwann dazu entschlossen, es doch zu tun. Ich habe ein paar hübsche Blümchen gekauft und wollte am Abend zu ihr gehen, ihr die Blümchen geben und fragen, ob sie noch mit mir zusammen sein will. Dummerweise kam sie an dem abend zu mir und als ich ihr sagen wollte, dass ich zu ihr komme, war sie schon unterwegs. Dann geb ich sie ihr eben morgen, hab ich mir gedacht. Nur kam es dann wieder zu Diskussionen, wie es denn jetzt wäre und da ich mir das ganze anders vorgestellt hatte, kam von mir nur ein "Na gut" auf ihre Frage, ob ich mit ihr zusammen sein will, rüber. Ich wollte ihr die Blumen dann am nächsten Tag geben, doch dazu ist es nie gekommen, weil sie über das "Na gut" nicht zufrieden war und dachte ich wäre unzufrieden. Deshalb hat sie mir gesagt, sie will nicht mit mir zusammen sein. In dem Moment war das für mich, wie so ein Schlag ins Gesicht. Genau wie in meiner alten Beziehung. Und gleich darauf hat sie angefangen zu weinen und gesagt, dass sie es doch will. Und dann hatte ich wieder Angst, mich auf sie einzulassen. Die Blumen sind dann auf meinem Tisch vergammelt, weil ich sie ihr nie gegeben habe. Leider. Und seit dem hab ich sie immer wieder abgewiesen. Es lag nicht an ihr. Das habe ich ihr tausend Mal gesagt. Ich hatte Angst mich voll auf sie einzulassen. Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht ein bisschen gestört, aber so war es. Ich war zwar immer weiterhin für sie da, wir haben auch weiterhin alles zusammen gemacht. Jeden Tag. Nur zu allem Übel ist dann in einem Moment, in dem es zwischen ihr und mir wieder so gekrieselt hat und wir schon gesagt hatten, wir sehen uns nicht mehr, noch meine Ex-Freundin aufgetaucht und wollte wieder mit mir zusammen sein, weil sie eingesehen hat, dass es nicht toll von ihr war. Und dann kam es natürlich so, wie es kommen musste. Wir sind wieder im Bett gelandet. Aber sie ist in der Zeit in eine andere Stadt gezogen und war deshalb sowieso nur kurz da. Und ich hab mich dann zwischen diesen beiden Frauen hin und her gerissen gefühlt. Dass das nicht gut geht, war mir schon klar. Ich eigentlich mochte ich die Hannah viel mehr, da sie immer für mich da war und mich nie im Stich gelassen hat. So eine Woche, nach dem meine Ex wieder weg war, hat die Hannah wieder angerufen und dann haben wir uns wieder mehr und mehr getroffen. Und es war total schön. Und ich hätte mich so gern auf sie eingelassen, aber jetzt kam zu dem Gefühl, dass ich irgendwie eine Beziehungsangst hatte auch noch das Gefühl, dass ich zu meiner Ex hatte. Das hat der Hannah verständlicherweise nicht gefallen. Ich hatte dann über ein paar Wochen hinweg mit beiden Kontakt und hab mit beiden jeden Abend stundelang diskutiert. Ob persönlich oder am Telefon. Schliesslich hab ich dann meiner Ex aber doch eine Absage erteilt und den Kontakt abgebrochen. Schon mal ein Problem weniger. Nur konnte ich mich immer noch nicht auf eine Beziehung einlassen. Ich hab sie dann auch ziemlich oft enttäuscht, weil ich abends nicht mehr bei ihr geblieben bin, weil ich ihr keine Hoffnungen machen wollte, weil ich nicht auf eine Beziehung eingehen konnte. Obwohl ich sehr gerne bei ihr geblieben wäre. Dazu kommt noch dass ich Depp es ihr nicht gesagt habe, dass ich mit meiner Ex den Kontakt abgebrochen habe. Erst ein paar Tage später mit der Begründung "ich wollte Dir keine Hoffnung machen". Ich könnte mich für so einen blöden Spruch selbst ohrfeigen. Und ich habe ihr montelang immer weiter gesagt, dass ich es nicht kann. Irgendwann hat sie dann einen anderen Typen getroffen. Sie hat mich tausend mal gefragt, ob es mich denn nicht stört, dass sie sich mit jemand anderem trifft. Ich hab ihr gesagt: "das ist ok. Ich hab ja gar kein Recht dazu es Dir zu verbieten". Wieder ein Spruch von mir, für den ich mich ohrfeigen könnte. Ich wünschte ich hätte so was icht gesagt. Sie hatte dann eine Party gemacht, die wir zusammen organisiert hatten und da war dieser Typ auch. Jedenfalls hat sie mir gesagt: "Ich kann mich nicht mit Dir unterhalten, ich muss weiterflirten". In dem Moment war ich so sauer und bin gegangen. Aber in dem Moment, leider erst dann, bin ich endlich aufgewacht und habe gemerkt, wie viel sie mir bedeutet. Das ist jetzt genau eine Woche her. Ich habe ihr seit dem mehrere Mails und Briefe geschrieben und mich mit ihr unterhalten, aber jetzt will sie nicht mehr. Sie sagt, sie liebt jetzt einen anderen, der auch reifer für eine Beziehung ist. Jetzt bin ich wieder derjenige der hinterher rennt. Ich frage mich nur, wie man sich nach drei Mal treffen in jemanden verlieben kann. Vielleicht geht das. Ich kenne es jedenfalls nicht. Aber vielleicht will sie mir jetzt auch nur zeigen, dass sie auch anders kann. Ich weiss es nicht. Sie sagt jedenfalls, sie möchte nicht mehr. Eigentlich verständlich. Ich habe ihr jetzt miene ganzen Gefühle offenbart und ihr gesagt, dass ich gerne mit ihr zusammen sein würde. Aber sie sagt, sie liebt mich und sie will mich auch niemals verlieren, nur dieses Gefühl, dass sie mit mir zusammen sein will, ist bei ihr weg. Sie hat es bewusst verdrängt, weil ich ihr immer gesagt habe, dass ich es nicht will. Und sie sagt auch, dass, selbst wenn das mit ihrem neuen Kerl nichts wird, dann will sie trotzdem nicht mehr mit mir zusammen sein. Und dabei sah das genau vor einer Woche noch ganz anders aus. Bis dahin hat sie immer gesagt, dass sie mich mal heiraten will. Ich frage mich jetzt ob das wirklich so ist, oder ob sie sich noch mal drauf einlässt. Es wäre jedenfalls alles, was ich mir im Moment wünsche. Und ich war auch noch mal gestern bei ihr, aber ohne Erfolg. Sie schreibt mir auch, sie will mich erst mal nicht mehr sehen. Ich hatte mir jetzt noch mal überlegt eine Woche verstreichen zu lassen (notgedrungen, weil sie eine Woche lang weg ist), ein paar Blumen zu besorgen und noch mal zu ihr hinzugehen und ihr zu sagen, dass ich wirklich nur mit ihr zusammen sein will. Denn so ist es auch. Und das hätte ich schon längst machen sollen. Mein bester Freund, mit dem ich jeden Tag unterwegs bin, hat diese ganze Sache live und tagtäglich mitbekommen. Ich glaube er hält mich inzwischen auch schon für leicht bescheuert. :-) Aber er hat eine ziemlich gute Menschenkenntnis. Er hat mir auch damals prophezeit, dass meine Ex wieder ankommen wird und dass sich die Hannah mal unsterblich in mich verlieben wird, zu dem Zeitpunkt, als ich noch mit ihr zusammen sein wollte und sie nicht. Er hat jetzt auch gesagt, dass sie sich jetzt erst Mal bitten lassen wird, und in einem Monat wird sie dann wieder ankommen. Ich hoffe so, dass er Recht hat. Das ist jetzt ziemlich viel Text, aber es ist ja auch eine lange und komplizierte Geschichte. Ich würde mich jedenfalls riesig über eine Meinung von einem Fachmann freuen. Vielen Dank!!! Gruss, Henning. |
Lieber Henning,
so kompliziert erscheint mir Ihre Geschichte gar nicht. Ihnen aber wohl schon. Ich hatte auch etwas Mühe, Ihre etwas umständlichen und langatmigen Ausführungen ganz durch zu lesen. Die Sache ist doch eigentlich viel einfacher, als Sie denken: Wenn Sie eine Frau lieben, müssen Sie es ihr viel deutlicher zeigen als bisher. Sie machen den Fehler, sich unverbindlich und eher "cool" und gleichgültig zu geben, statt zu Ihrer Liebe mit Haut und Haar zu stehen und sie zu zeigen. Aber das ist wahrscheinlich Ihr und das Ihrer Freundinnden wirkliches Grundproblem: Sie wollen sich alle einfach nicht gerne festlegen und spielen deshalb das alte "Ich-tue-so-als-wäre-nix-Spielchen". Das hat zwar den Vorteil, Enttäuschungen bei tiefen Beziehungen zu vermeiden. Es hat aber den Nachteil, dass es auf Dauer sehr unbefriedigend (weil zu oberflächlich) ist. Wie wär´s also mit mehr Verbindlichkeit?
rät Hans-Reinhard Schmidt