| Sehr geehrter Herr
Schmidt, auf ihre psychologische Sprechstunde unter http://www.psychometrix.de/sprechst.htm aufmerksam geworden, wende ich mich heute mit einem Beziehungs-Problem an Sie. Ich hoffe sehr, Sie können uns mit einem Ratschlag helfen. Bitte lesen Sie die eMail wenn Sie Zeit dazu haben - ich habe recht viel geschrieben... Zunächst zur Vorgeschichte: Als meine Frau (Ute, 35) und ich (Markus, 37) vor fünf Jahren aus dem Saarland ins Elsaß (Nordfrankreich) gezogen sind, (wir haben uns dort ein neues Haus gekauft) fühlten wir uns sehr schnell wohl in dem deutsch-französischen Grenzgebiet. Grund hierfür war neben dem Haus und der schönen Wohngegend vor allem sehr nette und freundliche Nachbarn in unserem Alter. Mit einem Paar (H , 37, Deutsche und D, 39 Franzose) haben wir uns besonders gut verstanden und sind in den letzten Jahren durch sehr viele gemeinsame Stunden beste Freunde geworden. Wir haben uns fast täglich gesehen, haben gemeinsam gefeiert, gespielt und einige Unternehmungen zusammen gemacht. H und D haben zwei Kinder, Noemie (11) und Etienne (8), die lieb, intelligent und wohlerzogen sind und meiner Frau und mir (wir haben noch keine Kinder) sehr ans Herz gewachsen sind. H und D sind seit 1989, also seit 13 Jahren verheiratet. Bis vor einigen Tagen war die Welt bei unseren Nachbarn (scheinbar) noch vollkommen in Ordnung. Wir haben einen großen Freundeskreis, kennen aber kein Paar, bei dem die Ehe und die Kindererziehung so harmonisch wie bei unseren Nachbarn abgelaufen ist. Es gab in unserer Gegenwart niemals ein böses Wort der Eltern gegenüber ihren Kindern, auch untereinander verstanden sich H und D immer sehr gut. Die Kinder sind sehr ausgeglichen in Ihrem Charakter und machen ihren Eltern nur Freude. H und D haben vor rund 10 Jahren gemeinsam ein eigenes Haus gebaut. H arbeitet als Krankenschwester in Deutschland (Intensivstation, Schichtdienst, 50% Stelle) und D arbeitet in einem Energieversorgungsunternehmen (er muss immer früh aufstehen). Trotz der organisatorischen Schwierigkeiten, welche die Beruftätigkeit der beiden mit sich bringt, hatten die Kinder mindestens ein Elternteil, meist jedoch beide stets um sich, bevor es zur Schule ging oder danach und auch in der Freizeit. Vor einer Woche (wir feierten bei uns ein großes Fest) war meine Frau kurz bei H und D um dort in der großen Kühltruhe vorübergehende ausgelagerte Lebensmittel abzuholen. H war nicht zuhause, D öffnete die Tür und brach während dem Besuch meiner Frau in sich zusammen. Er weinte und erzählte ihr von der tiefen Ehekrise der beiden, dass H sich von ihm (vorrübergehend?) trennen will und dass er das nicht verkraften kann. Meine Frau hat sich etwa eine Stunde mit ihm unterhalten und versuchte ihn so gut sie konnte zu trösten. Als Sie zu mir zurückkam und mir von der Situation berichtete, konnten wir beide es nicht fassen, dass wir ein so ernstes Problem in der Ehe der beiden nie bemerkt hatten. Wie ich schon sagte erschien uns die Ehe der beiden stets als absolut vorbildlich und es war keineswegs so, dass wir uns selten gesehen haben. Da wir beide Hunde haben, sahen wir uns fast täglich. Häufig haben wir auch das Wochenende abends zusammen verbracht und gemeinsam etwas gespielt oder gegessen und geredet. Wir haben nie die kleinste Kleinigkeit einer Krise bemerkt. D nach den Gründen für H s Entschluss gefragt, sagte er, H fühlte sich von ihm vernachlässigt und nicht mehr geliebt. Er wäre abends oft zu früh müde und würde zu wenig mit ihr unternehmen und Sie zu wenig bei Alltagsaufgaben loben. H will jeden Tag in vollen Zügen genießen und D bremse sie nur dabei. Diese Gründe erscheinen uns bis heute ziemlich unverständlich. Seit nunmehr 5 Tagen ist D aufgrund H s Forderung aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen und bewohnt jetzt eine zeitweise leerstehende Wohung seines Bruders, etwa 30km entfernt von hier. Mit H haben wir (ebenso wie D) seither leider kaum gesprochen. Sie möchte mit niemanden über das Problem reden, fühlt sich durch die Frage nach dem Grund für die Trennung "erdrückt". Seit wenigen Monaten ist H sehr aktiv im Internet (Chatrooms) und da hatte ich gestern abend erstmals die Gelegenheit kurz mit ihr zu "sprechen". Der Dialog kommt unten anbei. Weil uns das Beziehungsproblem von H und D aufgrund der intensiven Freundschaft zu den beiden sehr weh tut, fast so als wäre es ein Problem das wir beide hätten, habe ich H und D vor drei Tagen einen Brief geschrieben (ebenfalls anbei), den ich D persönlich überreicht habe und H durch den Briefkasten. Mit D stehen wir in ständigem Kontakt (Handy und persönlich), er ist immer noch vollkommen mit den Nerven am Ende. Mittlerweile sind H s Eltern, die Kinder (Noemie hat sehr, sehr viel geweint, sie hängt an beiden sehr, Etienne versteht es wohl noch nicht richtig) und Ute und ich in die Sache eingeweiht. In unseren Gesprächen mit D haben wir vor etwa zwei Tagen erfahren, dass H s Gründe möglicherweise, oder sogar sehr wahrscheinlich nicht nur in den (in meinem Augen behebbaren) Problemen fehlender Zuneigung liegen, sondern es muss vor einigen Wochen ein (mit ziemlicher Sicherheit psychisches) Trauma während eines Gespräches zwischen H und D gegeben haben. Ich vermute (ich habe jedoch keinerlei Beweise hierfür) dass D (obwohl es nicht seine Art ist) irgendwas zu H gesagt hat, was sie sehr, sehr tief verletzt haben muss. D sagte zu uns, er würde "die Uhr gerne um ein paar Wochen zurückdrehen können", um etwas was passiert ist und ihm heute sehr sehr leid tut wieder ungeschehen zu machen. Obwohl er bisher sehr offen über alles mit uns geredet hat, wollte er uns (noch) nicht sagen, was das damals war. Eine Gewalttat schließe ich vollkommen aus, das passt nicht zu D. Es war möglicherweise eine massive Verletzung mit Worten, wofür er sich heute (auch uns gegenüber) sehr schämen muss. Es gibt bei D mit Sicherheit keine andere Frau, bei H auch vermutlich keinen anderen Mann, obgleich ich etwas in Sorge bin durch ihre massives Interesse an Chatrooms im Internet. Ich bin durch meinen Beruf in der Lage zu sehen, wann und wie lange sie sich täglich im Internet bzw in privaten Chatrooms aufhält. Sie nutzt den Computer und das Internet erst seit wenigen Monaten, in den letzten Wochen war sie, nachdem D abends eingeschlafen war, viele Stunden, oft bis spät nachts (2-3 Uhr morgens) online und in Chatrooms zugegen, obgleich sie am nächsten Morgen früh zur Arbeit musste. Dieses Verhalten könnte m.E. ein Auslöser der Krise sein (Bestärkung ihres Entschlusses durch einen anderen Menschen), jedoch sicher nicht die Ursache (die Liebe zu einem anderen Mann). Meine Fragen: H verlangt von D eine vorübergehende Trennung von mehreren Monaten. D vermutet jedoch, dass ihr Entschluss bereits feststeht, sich entgültig zu trennen und sie diese Zeit nur dazu braucht, um organisatorisches (neue Wohnung, Ummeldung der Kinder auf eine neue Schule etc, Umsiedlung nach Deutschland) zu erledigen. Die Zeit hierfür wäre momentan so günstig wie nie: Noemie ist in den großen Sommerferien, die in zwei Wochen hier beginnen in einem Ferienlager und wechselt nach den Ferien auf eine deutsche (jedoch französischsprachige) Schule, etwa 30 km von hier. 1) Wie soll sich D ihrer Meinung nach verhalten? Kann eine so lange Trennung wirklich sinnvoll sein oder ist sie in jedem Fall Hinhaltungstaktik? D tendiert dazu, H tatsächlich mehrere Monate mit ihren Gefühlen allein zu lassen (organisatorisch notwendige Treffs wegen der Kinder mal ausgenommen) um ihr die Zeit zu geben alles wieder zu ordnen. Kommentar: Ich persönlich denke, dass niemand mehrere Monate braucht, um sich klarzuwerden, ob er eine Beziehung fortführen möchte oder nicht. 2) Alternative wäre, dass D H ein "Ultimatum" stellt. Ist das eine Lösung? "Bitte werde Dir in 1-2 Wochen klar, ob Du mich noch liebst und mir verzeihen kannst oder Dich entgültig trennen willst - eine so lange Zeit wie Du forderst halte ich nicht aus". Kommentar: Für H wäre die erste Lösung natürlich viel angenehmer, weil sie, mit den Kindern noch in dem Haus wohnend, genügend Zeit für die Organisation der Trennung hätte. 3) Wie soll sich D und wie wir H gegenüber verhalten? Entschuldigungen und Kontaktaufnahmeversuche weisst H derzeit von sich, egal von wem sie kommen. Mit freundlichen Grüßen M -- Mein Brief an H und D vom 12.06.2002 Homage an die Freundschaft W, in der Zeit vom 9 Juni - 12 Juni 2002 Liebe H , lieber D, auch wenn ich täglich am Computer sitze und texte, fallen mir diesen Zeilen so schwer wie selten irgendwelche anderen - in meinem Kopf kreisen derzeit unzählige Gedanken und ich brauche viel länger als sonst, diese in Worte zu fassen. Dennoch möchte ich Euch schreiben, denn in den letzten Tagen vergeht keine Minute, in der ich nicht an Euch denke und Eure Trennung erfüllt mich mit großer Sorge, Schmerz und sehr viel Traurigkeit. Wir haben uns, seit wir 1997 nach W gezogen sind, immer besser kennen- und auch mögen gelernt und ich empfinde Eure Gegenwart als sehr angenehm. Ute und ich sind und waren immer gerne mit Euch vier zusammen. Nun geht es Eurer Beziehung derzeit nicht sehr gut. Ihr habt Euch dazu entschlossen, die nächste Zeit einmal alleine zu sein. Hierdurch wollt ihr herausfinden, ob und wieviel ihr Euch gegenseitig bedeutet, welche Gefühle ihr gegenseitig füreinander empfindet. D wird bis auf weiteres nicht mehr in W in Eurem Haus wohnen und auch nur zeitweise hier sein. Ein solcher Entschluss hat äußerliche Konsequenzen, die sich nicht auf Dauer verbergen lassen. So haben wir dann auch Ende letzter Woche davon erfahren. Das war wie ein Schock mit immer noch anhaltenden Schluckbeschwerden. Da helfen (zumindest bisher) auch keine Salbei-Bonbons :-( In einer Beziehung geht es immer einmal bergauf und bergab. Ihr habt das sicher - wie auch Ute und ich - schon früher erlebt. Diese Berg- und Talfahrt ist manchmal schleichend, oder sie rast im freien Fall vorbei - wie bei Euch in jüngster Zeit. Vielleicht sind die Gründe hierfür die Summe unzähliger "Kleinigkeiten". Liebkosungen sind nicht mehr so herzlich oder regelmässig, die gegenseitige Anerkennung für einander entfällt oder man unternimmt zu wenig gemeinsam. Dem Partner wollen solche "Kleinigkeiten" möglicherweise zunächst gar nicht auffallen. Manchmal werden sie auch verdrängt oder wollen oder sollen nicht bemerkt werden. Doch auch steter Tropfen höhlt den Stein (oder nennen wir den Stein mal die Gefühle) und ich kann verstehen, dass diese(r) dadurch nach und nach auseinanderbricht. Vielleicht sind es aber auch ganz andere Gründe, keineswegs "Kleinigkeiten", also keine stetigen kleinen Tropfen, sondern eher ein ständig fliessendes Gewässer. Oder es ist - weder noch - gar nichts von alledem. Vielleicht ist die Ursache ein innerhalb oder außerhalb der Familie ausgelöstes plötzliches Gewitter und ein damit verbundener starker Wasserfall, der alle Steine (ihr wisst, ich meine damit die Gefühle) ziemlich durcheinandergebracht oder weggespült hat. Nun bin ich kein falscher Doktor Gert Postel, dessen überaus interessantes Buch ich ja gerade lese, und deswegen auch kein Möchtegern-Psychater. Aber trotz technischer Ausrichtung bin ich ein sehr emotionaler Mensch, dem Beziehungen und die damit verbundene Kommunikation sehr wichtig sind. Ja, eigentlich sind sie das Wichtigste überhaupt. Deshalb will ich Euch im Dialog meine Hilfe anbieten. Wenn nicht sofort, dann etwas später. Immer - das heisst für mich zu jeder Tages- und Nachtzeit. Per Brief oder Telefon, oder per Fax oder email oder unter vier Augen. Ich bin immer für Euch da. Bitte vergesst das nie. Das gilt auch für Ute. Wir wollen nicht ohne Taten zusehen, wie unsere besten Freunde von heute auf morgen von uns gehen und in Zukunft vielleicht nicht mehr bei uns sind. Ihr wisst, ich bin ein Optimist und dadurch fest überzeugt davon, dass es eine Lösung für beinahe jedes Problem gibt. Man muss das Ganze nur anpacken und gemeinsam geht das besser als alleine. Das habe ich in den letzten Wochen durch die Hilfe von F bei den Terrassenarbeiten nochmal sehr deutlich gesehen. Alleine hätte ich das so nie hinbekommen oder unendlich lange dafür gebraucht. Analog hierzu gilt das Gesagte nicht nur für solche physischen Arbeiten und Probleme, sondern auch für psychische. Ihr seid beide vernünftige, ehrliche und einander liebe(nde) Menschen mit einem sehr ausgeglichenem und niveauvollem Charakter. So kennen und mögen wir Euch. Ihr schlägt Euch und Eure Kinder nicht, habt keine Alkoholprobleme, irgendwelche unlösbaren Geldsorgen oder sonstige Schwierigkeiten, die sich nicht durch gegenseitiges Aufeinander-Zugehen wieder beheben liesen. Ihr habt zwei wunderbare Kinder, auf die ihr sehr, sehr stolz sein könnt. Noemie und Etienne lieben Euch sehr und brauchen Euch beide. Ihr habt den Kindern eine bewunderns- und beneidenswerte Erziehung gegeben, aus unserer Sicht gibt es nichts, was man da hätte besser machen können! Sie wachsen in einer harmonischen Umgebung auf, ihr habt einen lieben Kreis von Verwandten, Freunden und Bekannten. Wenn die Trennung länger andauert, müsst ihr den Kindern irgendwann eine kindgerechte Erklärung geben dafür, was jetzt in der Familie passiert, dass der Papa in eine andere Wohnung zieht. Es macht dann wenig Sinn, weiter eine heile Welt zu bauen, die es nicht mehr gibt. Die Kinder werden sich längerfristig selbst einen eigenen Reim darauf machen müssen, was da wohl dahinter steckt(e). Auch Eure Mitmenschen brauchen irgendann einmal eine Mitmenschen-gerechte Erklärung. ... Hier habe ich eine Pause gemacht, deswegen gibt es nun einen kleinen Gedankensprung ... Ich überlege gerade, was könnte das Ergebnis einer (vorübergehenden...) Trennung sein? Ich schreibe mit einem kurzen Kommentar einmal auf, was mir spontan dazu einfällt. Vielleicht entdeckt ihr die ein- oder andere Parallele. - Ich führe mir meine Gefühle einmal deutlich vor Augen! Bisher schlummerten sie nämlich in einer Schublade... - Ich komme plötzlich in einen intensiveren Dialog mit meinen Mitmenschen! Das ist eigentlich eine gute Sache... - Mir geht es jetzt besser! Ich entdecke eine neue Seite von mir oder von Dir... - Mir geht es jetzt schlechter! Irgendwie fühle ich mich missverstanden. Ausserdem fehlt mir jemand... - Ich fühle mich plötzlich frei! Endlich kann ich einmal tief durchatmen... - Ich entwickle plötzlich neue Gefühle! Für mich, für meinen Partner, für andere Mitmenschen... - Ich entdecke eine neue Seite an mir! Kuck mal, das konnte ich vorher nicht... - Ich kränke meine Mitmenschen! Will ich das wirklich? ... - Ich habe einmal tief Luft geholt und sehe jetzt alles mit anderen Augen. Was war... - Ich möchte darüber reden! Was war und was wird. - Ich will! Eigentlich eine ganze Menge... Liebe H , lieber D. Ich will Euch noch viel mehr sagen und schreiben, aber ich glaube der Brief wird nicht fertig, wenn ich nicht bald damit aufhöre. Ihr seid an der Schwelle zur Trennung und ich möchte Euch mit meinen Zeilen wissen lassen, was Ute und ich für Euch und Eure Kinder empfinden und ich möchte Euch beide ermutigen, mit uns zusammen weiter in Woustv. zu bleiben. Wir mögen Euch beide sehr, ihr seid der wichtigste Grund, warum wir uns hier in Woustv. so wohl fühlen. Wir wollen, dass auch ihr Euch wieder wohlfühlt und möchten mit Euch alles dafür tun. Wir denken häufig an Euch und sprechen oft über die vielen schönen gemeinsamen Stunden, die wir schon hatten und hoffen auch auf diejenigen, die da noch kommen. Das Problem mag für uns nicht so kompliziert aussehen wie für Euch, aber manchmal sieht man, wenn man selbst mittendrin steht, den Wald vor lauter Bäumen nicht. Bitte, bitte lasst uns zusammen nochmal über alles reden. Mit einem weinenden Auge sende ich Euch liebe Grüße Eure Nachbarn und Freunde Markus und Ute |
Hallo,
vielen Dank für Ihren Brief
(den ich hier um den Chat-Auszug gekürzt habe). Ich sehe zwei
Fragenkomplexe:
Zum Einen das Eheproblem Ihrer Freunde,
zum Anderen Ihr
eigenes Verlusterlebnis.
Zum Eheproblem Ihrer Freunde kann ich genauso wenig sagen, wie Sie selbst. Von aussen betrachtet kann man da nur spekulieren und rätseln, die Wahrheit wissen nur die Betreffenden selbst. Und die sagen sie Ihnen nicht, warum auch? Also sollten Sie aufhören, darüber allzu viel zu spekulieren oder zu glauben, Sie könnten irgendwie helfen. Es ist allein Sache des Paares, dieses Problem zu lösen, wie auch immer. Da sind Sie notgedrungen leider ziemlich hilflos.
Ihr eigenes Trauma durch den Verlust
Ihres eng befreundeten Ehepaares müssen Sie und Ihre Frau damit bewältigen, dass
Sie einsehen, dass diese Freundschaft wohl zu Ende ist, weil die andere Familie
auseinandergeht. Das ist traurig, aber von Ihnen nun mal nicht zu ändern. Sie
müssen damit leben und sich daran anpassen. Das tut anfangs sehr weh, dauert
eine Weile und bedarf auch geeigneter Alternativen. Haben Sie noch andere
Freunde, noch andere befreundete Familien? Wenn Ja, können Sie sich mit deren
Hilfe über die Trauer hinwegtrösten. Wenn Nein, ist Ihre Trauer natürlich
besonders ausgeprägt. In diesem Falle sollten Sie andere, neue Kontakte knüpfen,
damit das Leben weitergehen kann. Vielleicht haben Sie sich auch ein wenig zu
sehr auf dieses befreundete Ehepaar konzentriert, so dass der Verlust für Sie so
existenziell ausfällt? Wie sieht es mit Ihrer eigenen Familienplanung (sprich
Kinder) aus? Das Leben wird weitergehen.
Ihr Dipl.-Psych. Hans-Reinhard
Schmidt