Hallo Herr Schmidt,

in den letzten Jahren haben sich viele Probleme bei mir angestaut.
Ich bin 30 Jahre jung, habe vier Kinder, bin geschieden, habe aber
einen lieben Freund.
Die wichigsten möchte ich kurz anschneiden, da diese mittlerweile
zur absoluten Ratlosigkeit und nervlichen Problemen führen.
Während meiner damaligen Ehe stellte ich fest, daß mein Sohn
Dennis, als er 2,5 Jahre alt war, hyperaktiv ist. Damit fing einiges
an, das gerenne von einem Arzt zum nächsten Psychologe, zur
Ergotherapie usw. Nichts half. Aber das war nicht so schlimm für
mich, ich liebe meinen Sohn ja. Schlimm war, daß ich einen
charaktermäßig " schlechten" mnn hatte, vor dem ich meinen Sohn
schützen mußte, der sonst den Bach runtergegangen wäre, da
mein damaliger Mann immer ausrastete, wenn Dennis auffiel. Er
unterstütze mich auch in rein gar nichts. Mittlerweile ist es so, daß
ich geschieden bin,aber mein Sohn überhaupt kein "
Respekt" vor mir hat. Es soll ja nicht viel sein, nur ein wenig
Achtung, aber ich habe das Gefühl, daß mein Exmann dazu
beigetragen hat durch seine Art, daß mein Sohn einerseits
nichts besonderes in mir sieht, und andererseits meint, er könne
seiner Krankheit freien Lauf lassen, ich würde ihn weiter schützen,
also es ginge immer so weiter. Da ich aber nun seit fast
3 Jahren mit den Kinder bei meinem Freund lebe, hat sich das
geändert, ich brauche keine Angst haben, daß ihm was passiert,
da mein Freund ganz anders ist. Ich habe das auch
meinem Sohn gesagt ( 9 Jahre alt), aber irgendwie will er mit aller
macht meinen Schutz weiterhaben, und nutzt mich gnadenlos aus,
obwohl ich nun dank meines Freundes zumindest
wieder etwas ein Jemnad sein könnte, und meinen Sohn nun nicht
mehr immer decken möchte. Ich meine, nach fast 3 Jahren, müßte
er es doch auch trotz hyperaktivität einigermaßen verstehen
können. Hinzu kommt, daß meine Tochte Franz ( 7,5 Jahre) eher
wohl ins hypoaktive schlägt, und mir dadurch Probleme in genau
anderer Richtung macht. Sie denkt nur langsam, lügt ungewöhnlich
häufig, gibt erst lange nach der Fragestellung Antwort
und ist von ausreden nur so gesegnet. Sie kann die Regeln in der
Familie nicht befolgen, weil sie die Schulregeln schon lernen
müßte, seit einem Jahr! Oder weil sie sie grad zufällig
vergessen habe, oder ch sie ihr nicht zum hundertsten male gesagt
hätte usw. Sie gibt oft Antworten auf Fragen, die ich überhaupt
nicht gestellt habe, weint unheimlich schnell, ist ungewöhnlich stur
und langsam in Bewegungen, wirft mind. ein mal täglich irgendwas
um oder hin......Gläser, Schüsseln usw.
Egal was ich sage, sie tut es grundsätzlich nicht, sondern genau
das Gegenteil, manchmal habe ich das Gefühl, daß sie in der
geistigen Entwicklung Schritte rückwärts macht. Sie bringt mich
damit mehr aus der Fassung, als mein Sohn mit seiner Art.
Laut enem Intelligenztest, auf den ich pers. nicht viel gebe, ist sie
nicht dumm, und laut test für Gehirnströme ist auch alles ok.
Auch sie tut mich ignoriren, nicht ernst und für voll nehmen, sie
denkt, sie kann mich runheben, auch wenn ich ihr Konequenzen für
ihr Verhalten gebe, ändert das nichts.
Mittlerweile fangen die beiden Kleinsten ( fast 6 Jahre und fast 2
Jahre) an, das Dilemme der beiden Großen mit Hingabe
nachzueifern. Die 6 jähr. gibt mir auf die Frage, warum sie ohne
Erlaubnus an die Creme geht und ihre Schwester eincremt, die
Antwort, daß sie zur Toilitte gemußt hätte usw. Sie gehorcht
absolut nicht, da kann ich machen, was ich will!
Wir leben mit 6 Personen auf 75 qm2, da sind Reglen unerläßlich.
Man redet gegen Mauern.
Hunzkommt, daß mein Sohn noch Diabetes bekommen hat, der
nur schwer einstellbar ist, und mich viele Nächte wach sitzen läßt,
weil er wieder mal unterzuckert, was mir alles mit
meinem Rheuma doch sehr schwerfällt.
Mein Sohn geht übrigens auf eine Schule, für verhaltnesauffällige
Kinder, die ihm helfen soll.
Ach ja, und meine Fastschwiedermutter meint, Kinder wären
Kaiser und dürften alles tun und lassen, Regeln brächten sie nicht,
es wären schließlich Kinder, und verhält sich auch so, wenn
si her ist oder babysittet. Wenn ich dann wieder zu Hause bin, ist
esdas absolute Chaos, Essen liegt auf den Fußboden, die
Kinderzimmer sind komplett im Wohnzimmer verteilt, die
Kinder klatschnaß geschwitzt, und danach noch aufsässiger, als je
zuvor. Mit ihr reden hat keinen Sinn, habe ich schon getan, da bin
ich dann eine Rabemutter, viel zu streng und werde
blöd angesehen von ihr. Werde ich dann  mal richtig böe, weilich
die Kinder erziehen möchte, wie ich es gemäß der Krankheiten
und unserem Alltag für richtig halte, dann ist sie zutiefst
enttäuscht und heult, us. Sie lebt in einer totalen Scheinwelt. Sie
hat den Bezug zur heutigen Realität total verloren, zund ich finde,
daß Regeln einfach als Vorbereitung aufs spätere
Leben wichtig sind, denn dort gibt es auch nicht nur das Wort " Ja"
zu hören.

Nun meine Frage, wie kann ich mich endlich durchsetzen, so daß
meine Kinder mich endlich
ernst nehmen, und darauf hören, was ich sage?
Erklärungen, Gespräche, Konsequenzen usw, brachten ja nichts.
Daß vier Kinder machen, was sie wollen, und mir auf de Nase
runtanzen, geht auf Dauer
nicht gut, es zehrt enorm an meinen Kräften zu den vielen anderen
Dingen hinzu.
Ich möche doch nur, daß sie soweit auf mich hören, daß ein
geregeltes, harmonisches
Zusammenleben möglich ist, und nicht dieses Chaos. Ich will keine
Duckmäuser, sie sollen
ruhig mal meckern usw. aber nicht jede Minute am Tag.
Was kann ich tun, muß ich einfach strenger weden, damit sie
merken, daß ich alles so meine,
wie ich sage, oder wie soll ich mich verhalten?
Für einen Tipp wäre ich echt dankbar, ich könte es gut
gebrauchen.....:-)

Liebe Grüße
A.

Liebe Frau A., herzlichen Dank für die anschauliche Schilderung Ihres Familienlebens. Sie haben es nicht ganz leicht mit Ihrer Familie: Vier Kinder (beim ersten waren Sie ca. 21 Jahre alt), eine Scheidung, die nicht bewältigt ist (die Beziehungen zwischen Ihnen, dem Kindesvater und den Kindern wirken sehr belastet), die Krankheiten Ihres Ältesten (wobei Sie wissen müssen, dass "Hyperaktivität" heute nicht selten eine "Modediagnose" sein kann. Ist das pädiatrisch-kinderneurologisch mal kompetent untersucht worden?), ein Lebenspartner, den Sie gegenüber den Kindern anscheinend dem leiblichen Vater deutlich vorziehen, Ihr gestörtes Verhältnis zu Ihrer Fastschwiegermutter, der "stille" Protest Ihrer Tochter gegen Sie (so verstehe ich deren Verhalten)...das alles kommt zusammen und ergibt das Gesamtbild eines wenig erfreulichen Familienlebens. Sie selbst machen auf mich denn auch den Eindruck einer oft schlecht gelaunten, reizbaren und selbstunzufriedenen Frau und Mutter. Ihre Kinder haben sicher oft das Gefühl, dass Sie sie nicht mögen (was natürlich nicht stimmt, aber Sie geben sich wohl oft so). Kein Wunder, wenn die Kinder dann unleidlich reagieren. Auch Ihre Fastschwiegermutter stoßen Sie vor den Kopf mit Ihrer Ungenießbarkeit. Ist es nicht so? Ich glaube, Sie müssen Ihre Einstellung gegenüber Ihren Kindern grundsätzlich überdenken: statt einen Machtkampf zu inszenieren (Sie wollen sich durchsetzen, die Kinder sollen Sie ernst nehmen, schreiben Sie), sollten Sie ernsthaft versuchen, mehr Liebe und Freundlichkeit in Ihrer Familie zu leben. Nur dann nehmen Sie Ihre Kinder "ernst". Die Frage ist nur, wie Sie das emotional schaffen werden. Wie können Sie selbstzufriedener und innerlich ausgeglichener werden? Das sehe ich als Ihre Hauptaufgabe, die es zu lösen gilt in Zukunft. Dabei wäre auch ganz wichtig, eine bessere Zusammenarbeit mit dem Vater Ihrer Kinder anzustreben, sobald es um die Kinder geht. Haben Ihre Kinder einen guten Kontakt zu ihrem Vater? Unterstützen Sie das möglichst einvernehmlich mit dem Kindesvater?  Das ist für Scheidungskinder extrem wichtig, dass ihre Eltern Eltern bleiben trotz Scheidung! Liebe Frau A., ich rate Ihnen, für die Lösung all dieser Probleme fachliche Hilfe in Ihrer regionalen Erziehungs- und Familienberatungsstelle einzuholen. Das ist kostenlos und qualifiziert. Erfragen Sie in Ihrem Jugendamt die Adresse. Ich glaube, dass Sie es sonst alleine vielleicht nicht schaffen. Mit freundlichem Gruß und den besten Wünschen für Sie und Ihre Familie, Ihr Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt.  

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