| Hallo herr
Schmidt, unsere Tochter geht nun in die 5. Klasse Gymnasium.Bereits im Kindergarten ziegt sie Symptome dass sie nicht im Stuhlkreis sitzen kann , aber doch alles mitbekommt in der Ecke in der sie spielt.Nach gesprächen mit den Kiga giongen wir zum Kinderarzt der uns in ein Frühförderzentrum überwies, beim Psychologen brachte es überhaupt nichts da er sich nicht ums Kind kümmerte sondern nur mit uns sprach so was wie "was fühlen sie dabei". Beim Psychologen fanden sie auch nicht heraus was das sein könnte und woher es kam. Also bekam sie nur eine Montessori Therapie welche bis ind die 1. Kl. ein hlabes Jahr bezahlt wurde. Danach wurde nichts mehr bezahlt. Vom Kinderarzt bekamen wir etwas ein Jahr Ergotherapie bezahlt. Als dieser nichts mehr verschreiben wollte ( Rezept Ergo), wollte er nur noch Ritalin verschreiben aber das wollen wir unserer Tochter nciht geben. Nun in der 5. Kl. gibt es wieder Probleme mit den Lehrern Katholische Mädchenschule.Gestern hatten wir ein Gespräch mit der Schwester diese meinte dass sich Meine Tochter anders als die andern Mädchen verhalten würdeSie Träume und würde die Anweisungen nicht verstehen.In so einer Form hätten sei so etwas nicht gehabt. Die Schwester meinte wir sollten einen Schulpsycholgen einschalten der sie testet, was uns eigentlich nicht so gefällt, da der letzte uns auch nicht weiterhelfen konnte. Können wir edagegen sein und keinen Psycholgen einschalten. Da dieser doch nur Ritalin verschreiben werde. Was können wir sonst noch tun. Können sie uns einen Experten empfehlen die Postleitzahl ist xxx. Mit frdl. Grüßen B.O. |
Hallo;
vielen Dank für Ihren Brief! Ich finde es auffallend, wie wenig
Sie über Ihr Tochter zu wissen scheinen. Sie schreiben nur, was
andere Leute über Ihre Tochter sagen, aber nichts, wie es ihr
geht und was sie für ein Kind ist. Zunächst einmal: Dass sie im
Kindergarten nicht im Stuhlkreis sitzen konnte, hatte sicher
schon damals einen wichtigen Grund, den Sie leider nicht
herausgefunden haben. Warum konnte sie sich dort nicht
wohlfühlen? Und dann der Psychologe: Wieso haben Sie erwartet,
dass er sich um Ihr Kind kümmert? Er versucht
natürlich, Sie als Eltern zu beraten und Ihnen zu helfen,
herauszufinden, was Ihre Tochter bewegt oder behindert. Sie
selbst müssen sich um das Seelenleben Ihrer
Tochter kümmern, nicht der Psychologe. Er kann Ihnen dabei nur
helfen. Was war denn die genaue Diagnose im Frühförderzentrum?
Kennen Sie die nicht? Hatte Ihre Tochter denn Wahrnehmungs- oder
Entwicklungs- und/oder psychische Störungen? Das müssen Sie
doch dort erfahren haben, wenn Sie genau gefragt haben.
Ich kann Ihnen nur raten, den Schulpsychologen aufzusuchen und
dann dort einmal ernsthaft gemeinsam mit Ihrer Tochter
herauszufinden, was Ihre Tochter seelisch bewegt, welche Sorgen
und Probleme sie vielleicht hat und welche Rolle Sie als Eltern
dabei spielen. Ein Psychologe darf gar kein Ritalin verschreiben,
wie kommen Sie denn auf diese Idee? Vielleicht fühlt sich Ihre
Tochter aber im Gymnasium nicht wohl? Ist sie fürs Gymnasium
begabt genug?
An Ihrem Brief fällt mir besonders stark auf, dass Sie nur über
das Verhalten Ihrer Tochter schreiben (aber auch das sehr
oberflächlich und ungenau, so dass ich mir gar kein Bild von
Ihrer Tochter machen kann), dass Sie aber gar nichts über Ihre
Familie schreiben. Bedeutet dies, dass Sie der Familie im
Zusammenhang mit den Problemen Ihrer Tochter keine Bedeutung
beimessen? Wenn dem so sein sollte, machen Sie einen großen
Fehler und sollten beim Schulpsychologen sofort damit anfangen,
zu besprechen, wie es Ihrer Tochter in der Familie geht, wie dort
alle miteinander umgehen, ob Ihre Tochter sich glücklich fühlt
oder unausgesprochene Probleme und Sorgen mit sich herumschleppt.
Tut mir leid, aber Ihr Brief ist so unvollständig und
oberflächlich und klingt so wenig einfühlsam für Ihre Tochter,
dass mir dazu nur Fragen einfallen, aber kaum Antworten.
Wahrscheinlich fallen mir aber all die Fragen ein, die Sie sich
als Eltern einmal ernsthaft selber stellen müssten. Ihre Tochter
braucht einfühlsame Eltern.
In diesem Sinne, Ihr
Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt