| Sehr geehrter Dr. Schmidt, mein Sohn (15J.) war beim Tod seines Vaters (plötzlicher Herzstillstand) vor 6 Monaten anwesend, hat den Notarzt gerufen und die vergeblichen Versuche zur Wiederbelebung miterlebt. Seit diesem Tag träumt er jede Nacht von diesem Ereignis. Folgen davon sind, dass er Angst hat einzuschlafen, während der Nacht öfter aufwacht, erhebliches Schlafdefizit aufweist, in der Schule über diesen Traum nachdenkt und deshalb oft nicht in die Schule geht, weil er es nicht mehr aushält. Mittlerweile ist er in psychologischer Behandlung. Die Erfolge lassen aber auf sich warten. Jetzt ist die Belastung so groß, dass er Selbstmord nicht mehr ausschließt. Auch wenn wir beide die Einnahme von Schlafmitteln bis jetzt abgelehnt haben, stellt sich für uns nun doch die Frage, ob es Medikament gibt, die Träume unterdrücken, oder ob ich ihn stationär einweisen lassen muss. Ich hoffe, Sie können uns weiterhelfen. Mit freundlichen Grüßen I.K. |
Hallo,
vielen Dank für Ihren Brief! Ihr Sohn leidet an einer
postraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und braucht rasch
fachkundige professionelle psychiatrisch-psychotherapeutische
Hilfe. Leider schreiben Sie nicht, welche Art Hilfe Ihr Sohn
derzeit erhält, so dass ich nicht beurteilen kann, ob sie die
richtige ist. Gibt es bei Ihnen einen guten Kinderpsychiater? Ich
würde ihn aufsuchen, damit ergänzend zur Psychotherapie (sind
Sie da auch mit einbezogen?) vorübergehend auch medikamentös für
einen besseren Schlaf gesorgt wird. Chronische Alpträume sorgen
für schlechten Schlaf, der wiederum für belastete Tage
verantwortlich ist. Sprechen Sie unbedingt mit dem Psychologen
darüber. Ist er für PTBS bei Jugendlichen kompetent? Sonst
schreiben Sie mir bitte noch einmal ausführlicher privat,
vielleicht kann ich Ihnen geeignete Therapeuten in Ihrer
Wohngegend empfehlen.
Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt