| Guten Tag, ich bin alleinerziehender Vater eines siebenjährigen Sohnes der die erste Klasse der Grundschule besucht. Von der Mutter des Kindes bin ich getrennt, anfangs hatte die Kindesmutter noch den Kontakt aufrechterhalten, doch seit 1,5 Jahren hat Nils seine Mutter nun schon nicht mehr gesehen, weil diese den Kontakt abgebrochen hat. Alle Versuche den Kontakt wiederherzustellen sind gescheitert. Seit geraumer Zeit treten nun Probleme in der Schule auf, Nils kann sich nur schwer konzentrieren, entzieht sich dem Unterricht durch häufiges zur Toilette gehen und kann vor allem nur seine Leistung abrufen wenn jemand an siner Seite ist, sobald er eigenständig arbeiten muss, verliert er sich,und die Ergebnisse seiner Arbeit sind chaotisch. Auf Grund dieser Probleme hat die Schule mir angeraten das Nils die erste Klasse nocheimal macht. In mehreren Gesprächen mit der Klssenlehrerin und der Rektorin habe ich versucht auf Nils besondere Problematik hinzuweisen, aber offensichtlich kein Gehör gefunden. Von Seiten der Schule ist keine Bereitschaft zu erkennen Nils in dem Masse zu fördern wie nötig. Meine Bitte sich z.B. mit der behandelnden Ergotherapeutin zu besprechen wurden ignoriert. Ich bin der Meinung das sich Nils Probleme nicht durch das wiederholen der Klasse beheben werden, da ich die Ursache in den offensichtlich vorhandenen Verlustängsten sehe. Ich bitte Sie daher um eine Beratung was ich in dieser Situation tun kann. Ich danke Ihnen und grüße Sie, S |
Lieber Herr S.,
vielen Dank für Ihren Brief! Die Kernfrage ist natürlich, warum
der Kontakt zwischen Ihrem Sohn und seiner Mutter abgebrochen
ist. Darüber schreiben Sie leider gar nichts, obwohl es dafür
doch wichtige Gründe geben muss. Ist es doch schon
ungewöhnlich, dass Ihr Sohn bei Ihnen lebt, ist es noch
ungewöhnlicher, dass die Mutter den Kontakt zu ihrem Kind seit
so langer Zeit total ganz abbricht. Woran liegt das? Sie sollten
alle Hebel in Bewegung setzen, um dieses Problem zu lösen. Da
ich die Hintergründe aber leider nicht kenne, kann ich auch
nichts dazu sagen, wie das möglich sein könnte.Was haben Sie
möglicherweise selber dazu beigetragen, dass dieses Problem
entstanden ist?
Das Problem Ihres Sohnes kann wohl nicht in der Schule gelöst
werden. Es muss zwischen seinen Eltern gelöst werden.
Dipl.-Psych. Hans-Reinhard Schmidt