Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt, ich
(w, 36, 2 Kinder) habe folgendes Problem. Mein Mann bricht mir, den Kindern (gerade unsere Tochter ist sehr auf meine Mutter fixiert und steht in der Rangfolge gleich nach mir) und auch unseren Familien das Herz, wenn wir so weit weg sind. Ich
möchte noch anmerken, dass ich seit ca 15 Jahren mit
meinem Mann zusammen bin, davon 5 verheiratet und die
restlichen 10 waren zu 75% Wochenendbeziehungen. Ist ja
eigentlich seltsam, denn wenn ich das so schreibe, merke
ich, dass es vor der Ehe besser lief. |
Hallo,
vielen Dank für Ihren Brief! Es wird wohl fürs Erste nichts
anderes übrig bleiben, als eine Wochenendehe zu führen. Sie
kennen das ja schon aus früheren Jahren. Am besten wäre es,
wenn Sie mit Ihrem Mann vorher noch eine Eheberatung oder -therapie
machen würden. Die können Sie zwar auch später noch machen,
aber die räumliche Entfernung zwischen Ihnen macht es dann fast
unmöglich.
Eine Wochenendehe würde erst einmal einige Vorteile für Sie
beide bedeuten: Sie würden jetzt nichts überstürzen. Sie könnten
Ihren Mann mit den Kindern auch öfter an seinem neuen Wohnort
besuchen und vielleicht mittelfristig Gefallen an dem Ort dort
finden. Vielleicht packt Sie dann doch noch die Abenteuerlust und
Sie wollen doch noch einmal raus aus Ihrem dörflichen
Familiennest? Andererseits bietet die Trennung für Sie beide die
Chance, Ihre Beziehung mittelfristig zu überprüfen und
herauszufinden, wieviel Sie als Ehepaar überhaupt noch verbindet.
Vielleicht vermissen Sie sich beide? Vielleicht finden Sie dann
neu zueinander, über all die km hinweg, und er zieht wieder zurück,
oder Sie samt Kindern zu ihm, oder Sie bleiben bei der
Wochenendehe, so oder so oder noch mal anders...
Hofft Ihr
Dipl.-Psych. H.-R. Schmidt